{"id":381,"date":"2021-06-09T18:32:51","date_gmt":"2021-06-09T16:32:51","guid":{"rendered":"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/?page_id=381"},"modified":"2022-11-18T15:46:34","modified_gmt":"2022-11-18T14:46:34","slug":"juedische-aerzte-und-aerztinnen-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/dee\/juedische-aerzte-und-aerztinnen-2\/","title":{"rendered":"J\u00fcdische \u00c4rzte und \u00c4rztinnen"},"content":{"rendered":"\t\t<div id=\"maps-marker-pro-3c7ff65d\" class=\"maps-marker-pro\" style=\"width: 100%;\">\r\n\t\t\t<div id=\"mmp-map-wrap-3c7ff65d\" class=\"mmp-map-wrap\">\r\n\t\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"mmp-map-3c7ff65d\" class=\"mmp-map\" style=\"height: 500px;\"><\/div>\r\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\r\n\t\t\t\t\t<\/div>\r\n\t\t\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><em>Von Dr. Horst Sassin<\/em> (<em>Bearbeitung von Andrea Halbritter, C\u00f4t\u00e9 Langues<\/em>) <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Station 1: Dr. Walter und Dr. Ida Marcus<\/li>\n\n\n\n<li>Station 2: <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/dee\/juedische-aerzte-und-aerztinnen-2\/2\/\">Prof. Dr. Eduard Schott<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Station 3: <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/dee\/juedische-aerzte-und-aerztinnen-2\/3\/\">Dr. Emil Kronenberg<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Station 4: <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/dee\/juedische-aerzte-und-aerztinnen-2\/4\/\">Heilanstalt Bethesda<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Station 5: <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/dee\/juedische-aerzte-und-aerztinnen-2\/5\/\">Dr. Paul Berkenau<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Station 6: <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/dee\/juedische-aerzte-und-aerztinnen-2\/6\/\">Emil-Kronenberg-Haus<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Station 7: <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/dee\/juedische-aerzte-und-aerztinnen-2\/7\/\">Dr. Erna R\u00fcppel<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Station 8: <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/dee\/juedische-aerzte-und-aerztinnen-2\/8\/\">St\u00e4dtische Krankenanstalten<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p id=\"Marcus\">Die Stationen 1 bis 7 k\u00f6nnen auch zu Fu\u00df gelaufen werden. Mit Station 8 sollte man das Fahrrad oder den Bus nehmen (Linie 692 oder 693 von Rathaus nach Klinikum).<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Station 1: Dr. Walter und Dr. Ida Marcus<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/S1Marcus-1.png\" alt=\"Kartenausschnitt Werwolf 20\" class=\"wp-image-114\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\"><em>Werwolf 20 \u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zur Karte<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der j\u00fcdische Kinderarzt Dr. Walter Marcus wurde 1894 in Essen geboren. Er war mit der Kinder\u00e4rztin Dr. Ida Marcus verheiratet. Beide zogen 1923 von D\u00fcsseldorf nach Solingen. Ida wurde 1894 in England geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in Prag. Heute ist Prag die Hauptstadt der Tschechischen Republik.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab 1924 hatte das Ehepaar Marcus eine Praxis am Werwolf 20 in Solingen. Dort lebte das Ehepaar auch. Es bekam 1925 und 1929 zwei Kinder: Eva und Hans-Werner.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler Reichskanzler. Hitler geh\u00f6rte der Partei NSDAP an. NSDAP war die Abk\u00fcrzung f\u00fcr Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Die NSDAP war eine sehr antisemitische Partei. Das hei\u00dft: Sie war sehr judenfeindlich. Die Menschen in der NSDAP nannte man Nationalsozialisten.<\/p>\n\n\n\n<p>Im April 1933 riefen die Nationalsozialisten dazu auf, in j\u00fcdischen Gesch\u00e4ften nicht mehr einzukaufen. Die Nationalsozialisten wollten auch nicht, dass man sich von j\u00fcdischen \u00c4rzten oder \u00c4rztinnen behandeln l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-medium\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/MarcusWalterIda-235x300.jpg\" alt=\"Foto von Ida und Walter Marcus. Quelle: Karen I. Marcus\" class=\"wp-image-4829\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ida und Walter Marcus. Quelle: Karen I. Marcus<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Walter Marcus war in Solingen sehr beliebt. Eltern kamen auch weiter mit ihren Kindern in seine Praxis. Auch Pfarrer Julius R\u00f6\u00dfle lie\u00df seine Kinder weiter von Walter behandeln. Deswegen beschimpfte &#8222;Der St\u00fcrmer&#8220; den Pfarrer in einem Artikel. &#8222;Der St\u00fcrmer&#8220; war w\u00e4hrend der Zeit des Nationalsozialismus eine Zeitung. Diese Zeitung war sehr judenfeindlich.<\/p>\n\n\n\n<p>1936 nahmen die Nationalsozialisten Walter die Kassenarztzulassung weg. Das hei\u00dft: Die Familien, die mit ihren Kindern zu Walter kamen, mussten f\u00fcr die Behandlung jetzt selbst zahlen. Sie bekamen das Geld daf\u00fcr nicht mehr von der Kasse erstattet. 1938 verlor Walter auch seine Approbation. Das hei\u00dft: Er durfte nicht mehr als Arzt arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 kam es zur Reichspogromnacht. Synagogen wurden angez\u00fcndet, j\u00fcdische Gesch\u00e4fte gepl\u00fcndert. Juden wurden misshandelt, verhaftet und get\u00f6tet. Dem Haus von Walter passierte nichts. Walter hatte n\u00e4mlich bereits einen K\u00e4ufer f\u00fcr sein Haus. Der K\u00e4ufer war kein Jude und passte auf sein Haus auf. Dennoch verhafteten die Nationalsozialisten Walter am n\u00e4chsten Tag und brachten ihn in das Konzentrationslager Dachau bei M\u00fcnchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Konzentrationslager gab es in Deutschland und in L\u00e4ndern, die Deutschland besiegt hatte. Die Menschen mussten in Konzentrationslagern schwer arbeiten. Die Nationalsozialisten machten mit den Menschen auch medizinische Experimente. Viele Menschen starben in den Konzentrationslagern. Manche verhungerten in den Lagern. Andere bekamen eine schwere Krankheit und kein Arzt k\u00fcmmerte sich um sie. Die Nationalsozialisten haben H\u00e4ftlinge in den Lagern auch erschossen, erh\u00e4ngt oder anders umgebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Walter versprach, Deutschland zu verlassen. Deswegen entlie\u00dfen ihn die Nationalsozialisten im Dezember 1938 aus dem Konzentrationslager Dachau. Weil Ida auch die britische Staatsangeh\u00f6rigkeit hatte, bekam sie ein Besuchsvisum f\u00fcr Pal\u00e4stina. Walter und Ida konnten daher nach Pal\u00e4stina reisen. Von Pal\u00e4stina aus gelangten sie zuerst nach England und danach in die USA.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/MarcusIda_Ausweis-773x1024.jpg\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4831\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/MarcusIda_Ausweis-773x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4831\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/MarcusIda_laboratory41.jpg\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4832\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/MarcusIda_laboratory41.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4832\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/MarcusIda_ObitTribune-2.jpg\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4836\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/MarcusIda_ObitTribune-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4836\"\/><\/a><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Links: Ausweis von Ida Marcus von 1937, Mitte: Ida Marcus (rechts) 1941 im Labor, Rechts: Todesanzeige f\u00fcr Dr. Ida Marcus. Quelle: Karen I. Marcus<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ab Mitte der 1940er-Jahre arbeiteten Ida und Walter beide an einem Krankenhaus in den USA. Sp\u00e4ter gr\u00fcndeten sie ein eigenes Labor und Walter hatte auch wieder eine eigene Praxis.<\/p>\n\n\n\n<p>Ida starb 1958. Walter heiratete nach ihrem Tod ein zweites Mal. Er starb 1973.<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Station 2: Prof. Dr. Eduard Schott<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/S2Schott-1.png\" alt=\"Kartenausschnitt Birkenweiher 43\" class=\"wp-image-116\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><em>Birkenweiher 43 \u2013 <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\">Zur Karte<\/a><\/em> \u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/dee\/juedische-aerzte-und-aerztinnen-2\/\">Zum Tourstart<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Eduard Schott wurde 1886 geboren. Er wuchs in Worms auf. W\u00e4hrend seines Medizinstudiums lernte er Albert Schweitzer kennen. Albert Schweitzer wurde sp\u00e4ter als Arzt und Philosoph sehr ber\u00fchmt. Eduard war urspr\u00fcnglich j\u00fcdischen Glaubens. Nachdem er Albert Schweitzer kennengelernt hatte, wurde Eduard evangelisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Im ersten Weltkrieg arbeitete Eduard als Arzt an der Front. 1917 heiratete er Ilse Gumprecht. Ilse war keine J\u00fcdin. Die beiden bekamen vier Kinder.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab 1919 unterrichtete Eduard an der Universit\u00e4t K\u00f6ln. 1927 wurde er am <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/dee\/juedische-aerzte-und-aerztinnen-2\/8\/\">Krankenhaus in Solingen<\/a> Chefarzt. Au\u00dferdem hatte er eine Praxis. In Solingen wohnte Eduard am Birkenweiher 43.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 30. September 1938 entzogen die Nationalsozialisten j\u00fcdischen \u00c4rzten und \u00c4rztinnen die Kassenzulassung. Deswegen musste Eduard seine Praxis schlie\u00dfen. Nach dem Novemberpogrom war die Wohnung von Eduard zerst\u00f6rt. Eduard selbst befand sich kurze Zeit im Polizeigef\u00e4ngnis Potsdamer Stra\u00dfe in Haft. Da er versprach, Deutschland zu verlassen, entlie\u00df man ihn wieder. Im Mai 1939 konnte er in die USA auswandern. Seine Frau zog mit den vier Kindern zu ihren Eltern nach Weimar.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/PK-1175-1024x627.jpg\" alt=\"Historische Postkarte Birkenweiher, rechts Haus Nr. 43. Quelle: Stadtarchiv Solingen, PK 1175\" class=\"wp-image-4168\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Historische Ansicht Birkenweiher, rechts Haus Nr. 43. Quelle: Stadtarchiv Solingen<\/em>, PK 1175<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Station 3: Dr. Emil Kronenberg<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/S3Kronenberg-1.png\" alt=\"Kartenausschnitt Katternberger Str. 24\" class=\"wp-image-118\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><em>Katternberger Str. 24 <em>\u2013 <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\">Zur Karte<\/a><\/em> \u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/dee\/juedische-aerzte-und-aerztinnen-2\/\">Zum Tourstart<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Emil Kronenberg wurde 1864 in Leichlingen geboren. Sein Vater war Arzt. Von 1885 bis 1890 studierte Emil an verschiedenen Universit\u00e4ten Medizin. In Berlin machte er eine Ausbildung zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-medium\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Na-25-21-frei.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Na-25-21-frei-198x300.jpg\" alt=\"Foto des Ehepaars Adele und Dr. Emil Kronenberg, Quelle: Stadtarchiv Solingen, Na 25-21\" class=\"wp-image-2716\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Ehepaar Adele und Dr. Emil Kronenberg, Quelle: Stadtarchiv Solingen, Na 25-21<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>In Solingen er\u00f6ffnete Emil 1894 seine Praxis. 1896 heiratete er Adele Becker. Adele war aus einer christlichen Familie. Emil war Jude. Das Ehepaar bekam keine Kinder. Adele und Emil k\u00fcmmerten sich aber jahrelang um die Kinder von Verwandten, so zum Beispiel um die Nichte von Emil.<\/p>\n\n\n\n<p>Emil schrieb viele medizinische Artikel. Die Artikel von Emil wurden in Fachzeitschriften ver\u00f6ffentlicht. Emil war im Vorstand des \u00c4rztlichen Vereins Solingen. Au\u00dferdem war er Mitgr\u00fcnder des Vereins westdeutscher Hals-Nasen-Ohren\u00e4rzte. In den Jahren 1912 bis 1914 war er auch im Vorstand dieses Vereins. Im Ersten Weltkrieg arbeitete er als Arzt an der Front.<\/p>\n\n\n\n<p>Emil war in der Deutschen Demokratischen Partei. Mehrere Jahre war er Vorsitzender des Ortsverbandes Solingen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Na-25-20-1024x771.jpg\" alt=\"Foto Dr. Emil Kronenberg (in der Bildmitte sitzend mit Rotkreuz-Binde) im Feldlazarett w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs, Quelle: Stadtarchiv Solingen, Na 25-20\" class=\"wp-image-2719\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dr. Emil Kronenberg (in der Bildmitte sitzend mit Rotkreuz-Binde) im Feldlazarett w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs, Quelle: Stadtarchiv Solingen, Na 25-20<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Adele und Emil gibt es in der Katternberger Stra\u00dfe 24 Stolpersteine. Stolpersteine sind Gedenksteine, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4855\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ek_5749-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4855\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4854\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ek_5721-765x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4854\"\/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Stolpersteinverlegung f\u00fcr das Ehepaar Kronenberg. Fotos: Daniela Tobias<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Station 4: Heilanstalt Bethesda<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/S4Bethesda-1.png\" alt=\"Kartenausschnitt Friedrichstr. \/ Ecke Kirschbaumer Hof\" class=\"wp-image-119\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><em>Friedrichstra\u00dfe, Ecke Kirschbaumer Hof <em><em>\u2013 <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\">Zur Karte<\/a><\/em> \u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/dee\/juedische-aerzte-und-aerztinnen-2\/\">Zum Tourstart<\/a><\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>1899 gr\u00fcndete <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/dee\/juedische-aerzte-und-aerztinnen-2\/3\/\">Dr. Emil Kronenberg<\/a> mit drei anderen \u00c4rzten eine kleine Privatklinik. Die Klinik hie\u00df Heilanstalt Bethesda. In jedem Zimmer waren nur ein bis drei Betten. Im Vergleich zu anderen Krankenh\u00e4usern war das sehr wenig. 1910 \u00fcbernahm der Diakonissenverband Bethesda die Klinik.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab dem 15. September 1935 durften j\u00fcdische \u00c4rzte und \u00c4rztinnen nicht mehr in Krankenh\u00e4usern arbeiten. Emil machte daraufhin auch seine Praxis zu. Er verkaufte sein Wohnhaus mit Praxis an seinen Schwager und mietete eine Wohnung in der Neuenkamper Stra\u00dfe 70. Emil hatte nur wenig Geld. Seine Rente war sehr klein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/PK-6645-1024x644.jpg\" alt=\"Postkarte des Krankenhauses Bethesda. Quelle: Stadtarchiv Solingen, PK 6645\" class=\"wp-image-5024\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Postkarte des Krankenhauses Bethesda. Quelle: Stadtarchiv Solingen, PK 6645<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ab April 1935 lebte Grete Blumenthal bei Emil. Grete war seine Nichte und hatte schon von 1922 bis 1924 bei ihm gewohnt. Grete hatte ebenfalls Medizin studiert und ihre Doktorpr\u00fcfung 1935 bestanden. Obwohl sie vom j\u00fcdischen Glauben zum evangelischen Glauben gewechselt war, bekam sie ihr Diplom nicht. Die Nationalsozialisten erlaubten ihr nicht, als \u00c4rztin zu arbeiten. Anfang 1936 konnte Grete nach Belgien auswandern. Als Belgien von den Nationalsozialisten besetzt wurde, versteckte sie sich zuerst in Antwerpen. Danach ging sie nach Frankreich. Im September 1942 floh sie in die Schweiz. In der Schweiz hielt man sie in verschiedenen Internierungslagern fest. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte Grete nach Belgien zur\u00fcck. Ende 1950 wanderte sie nach Israel aus, wo sie in einem Labor arbeitete.<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Station 5: Dr. Paul Berkenau<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/S5Berkenau-1.png\" alt=\"Kartenausschnitt S\u00fcdwall 36 (Dreieck)\" class=\"wp-image-120\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><em>Dreieck (S\u00fcdwall 36) <em><em>\u2013 <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\">Zur Karte<\/a> \u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/dee\/juedische-aerzte-und-aerztinnen-2\/\">Zum Tourstart<\/a><\/em><\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der evangelische Nervenarzt Dr. Paul Berkenau war urspr\u00fcnglich Jude und aus Hannover. Der Familienname seiner Eltern war Benjamin. Paul \u00e4nderte seinen Namen 1911 in Berkenau. Nach Solingen kam Paul Ende 1927. Er er\u00f6ffnete in Solingen eine Praxis in der Klemens-Horn-Stra\u00dfe. Mit seiner Frau Erika bekam Paul zwei Kinder: G\u00fcnther und Susanne. 1929 zog die Familie an den S\u00fcdwall 36. Heute befindet sich dort der Graf-Wilhelm-Platz.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/BerkenauRueppel1920.jpg\" alt=\"Foto des Ehepaars Dr. Hans (rechts) und Dr. Erna R\u00fcppel (2. v.l.) mit der Familie Berkenau (Mitte) und einer weiteren Freundin (links). Quelle: Stadtarchiv Solingen.\" class=\"wp-image-4627\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Ehepaar Dr. Hans (rechts) und <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/dee\/juedische-aerzte-und-aerztinnen-2\/7\/\">Dr. Erna R\u00fcppel<\/a> (2. von links) mit der Familie Berkenau (Mitte) und einer weiteren Freundin (links). Quelle: Stadtarchiv Solingen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Weil G\u00fcnther j\u00fcdischer Abstammung war, hatte er am Gymnasium in Solingen viele Probleme. Seine Eltern schickten ihn daher 1937 auf ein Internat in England. 1939 wanderten auch Paul, Erika und Susanne nach England aus. In England musste Paul noch einmal eine Pr\u00fcfung ablegen. Erst nach der Pr\u00fcfung durfte er in einer Klinik als Arzt arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>G\u00fcnther meldete sich 1942 mit 18 Jahren zur britischen Armee. Die Armee bildete ihn zum Panzerfahrer aus. G\u00fcnther \u00e4nderte seinen Familiennamen zu Berkeley. G\u00fcnther war dabei, als die britischen Truppen am 6. Juni 1944 in der Normandie landeten, um Europa vom Nationalsozialismus zu befreien. Nach Kriegsende war G\u00fcnther mit der britischen Armee in Norddeutschland stationiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Vater Paul erhielt 1947 die britische Staatsb\u00fcrgerschaft. 1957 h\u00f6rte Paul zu arbeiten auf. Er starb 1963.<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Station 6: Emil-Kronenberg-Haus<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/S6Kronenberg-1.png\" alt=\"Kartenausschnitt Mummstr. 10\" class=\"wp-image-121\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><em>Mummstra\u00dfe 10 <em><em>\u2013 <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\">Zur Karte<\/a> \u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/dee\/juedische-aerzte-und-aerztinnen-2\/\">Zum Tourstart<\/a><\/em><\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das Haus von Stadtbibliothek und Volkshochschule ist nach <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/dee\/juedische-aerzte-und-aerztinnen-2\/3\/\">Dr. Emil Kronenberg<\/a> benannt. Das ist kein Zufall. Das Ehepaar Kronenberg interessierte sich sehr f\u00fcr Kultur. Adele engagierte sich au\u00dferdem in verschiedenen Vereinen. Emil Kronenberg setzte sich daf\u00fcr ein, dass die Stadt Solingen 1912 eine Volkshochschule und 1926 eine Stadtb\u00fccherei bekam. Emil hatte in der Stadt verschiedene Ehren\u00e4mter, mit denen er sich f\u00fcr Bildung und Gesundheit stark machte.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-medium\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Na-25-21-Nr.-019.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Na-25-21-Nr.-019-224x300.jpg\" alt=\"Nachkriegsfoto Dr. Emil Kronenberg, Quelle: Stadtarchiv Solingen, Na 25-21 Nr. 19\" class=\"wp-image-4570\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dr. Emil Kronenberg, Quelle: Stadtarchiv Solingen, Na 25-21 Nr. 19<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Nach der Macht\u00fcbernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 mussten Emil und Adele Kronenberg alle Ehren\u00e4mter aufgeben. Ende 1941 gab es nur noch wenige j\u00fcdische Familien in Solingen. Am 17. September 1944 wurde Emil in das Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt. Das Konzentrationslager befand sich in der Tschechoslowakei. Die Tschechoslowakei war damals von den Nationalsozialisten besetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Adele starb 1943. Emil kehrte 1945 nach Solingen zur\u00fcck und trat der FDP bei. F\u00fcr die FDP sa\u00df er im Kulturausschuss. 1954 starb Emil. Er wurde fast 90 Jahre alt. Die Urne von Emil wurde auf dem evangelischen Friedhof Kasinostra\u00dfe neben seiner Frau beerdigt.<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Station 7: Dr. Erna R\u00fcppel<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/S7Rueppel-1.png\" alt=\"Kartenausschnitt Augustastr. 10\" class=\"wp-image-122\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><em>Augustastra\u00dfe 10 <em><em>\u2013 <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\">Zur Karte<\/a> \u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/dee\/juedische-aerzte-und-aerztinnen-2\/\">Zum Tourstart<\/a><\/em><\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die j\u00fcdische Kinder\u00e4rztin Dr. Erna R\u00fcppel wurde 1895 als Erna Marcus in Wuppertal geboren. Erna wuchs in K\u00f6ln auf. Dort machte sie 1913 das Abitur. Erna geh\u00f6rte zu den wenigen Frauen, die zu dieser Zeit Medizin studierten. An der Universit\u00e4t Bonn lernte sie ihren sp\u00e4teren Ehemann Hans R\u00fcppel kennen. Hans und Erna heirateten im Dezember 1921.<\/p>\n\n\n\n<p>1927 zog das Paar nach Solingen. In Solingen lebten bereits Verwandte von Erna. Einige Jahre sp\u00e4ter bauten Erna und Hans in der Augustastra\u00dfe 10 ein Haus. Im Haus gab es zwei Praxen und zwei Wohnungen. Erna und Hans zogen dort 1931 ein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Rueppel-Kinderstation-web-1024x783.jpg\" alt=\"Foto Dr. Erna R\u00fcppel am Kinderkrankenbett, wohl Anfang der 1920er Jahre, Quelle: Horst Sassin\" class=\"wp-image-1335\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dr. Erna R\u00fcppel am Kinderkrankenbett, wahrscheinlich Anfang der 1920-er Jahre, Quelle: Horst Sassin<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Nationalsozialisten verboten Erna, als Kinder\u00e4rztin zu arbeiten. Hans war kein Jude. Dennoch durfte er die Innere Abteilung an der <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/dee\/juedische-aerzte-und-aerztinnen-2\/4\/\">Heilanstalt Bethesda<\/a> nicht mehr leiten, weil seine Frau J\u00fcdin war. Hans verlor auch seine Kassenzulassung.<\/p>\n\n\n\n<p>Im November 1938 verw\u00fcsteten die Nationalsozialisten die Praxis von Hans. Und sie zerst\u00f6rten auch die Wohnung von Hans und Erna.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ehepaar entschloss sich, sich zum Schein scheiden zu lassen, damit wenigstens Hans normal verdienen konnte. Die Familie, Ernas Mutter und die \u00e4ltere Schwester Grete, die behindert war, brauchten dringend Geld.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-medium\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Ehepaar-Rueppel-web.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Ehepaar-Rueppel-web-209x300.jpg\" alt=\"Foto des Ehepaars Erna und Hans R\u00fcppel in den 1920ern, Quelle: Horst Sassin\" class=\"wp-image-1339\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Ehepaar Erna und Hans R\u00fcppel in den 1920er-Jahren, Quelle: Horst Sassin<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Erna zog in ein j\u00fcdisches Heim, wo sie als Krankenschwester begann. Im Sommer 1942 wollten die Nationalsozialisten Erna in das Konzentrationslager Theresienstadt schicken. Erna gelang es aber unterzutauchen. Mit der Hilfe von kroatischen Freunden konnte Hans f\u00fcr Erna gef\u00e4lschte Papiere organisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit diesen Papieren konnte Erna unter falschem Namen an einem Krankenhaus in M\u00fcnchen arbeiten. Sie hatte st\u00e4ndig Angst, dass die Nationalsozialisten entdeckten, wer sie wirklich war. 1945 war der Zweite Weltkrieg zu Ende. Deutschland war vom Nationalsozialismus befreit. Erna konnte nach Solingen zur\u00fcckkehren. Ihre Mutter und ihre Schwester waren in Theresienstadt gestorben.<\/p>\n\n\n\n<p>In Solingen er\u00f6ffnete Erna ihre Praxis neu. Ihren Mann heiratete sie ein zweites Mal. Das Ehepaar engagierte sich sehr f\u00fcr die neue Demokratie in Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p>Erna starb 1970. Ihr Grab befindet sich auf dem evangelischen Friedhof Kasinostra\u00dfe. Zu ihrer Beerdigung kamen sehr viele Menschen. Seit dem Jahr 1918 gibt es f\u00fcr Erna einen Stolperstein in der Augustastra\u00dfe 10.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"2421\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/uprueppel17-1024x748.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2421\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"1358\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/uprueppel13-1024x707.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1358\"\/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Stolpersteinverlegung f\u00fcr Dr. Erna R\u00fcppel. Fotos: Uli Preuss<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Station 8: St\u00e4dtische Krankenanstalten<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/S8Klinikum-1.png\" alt=\"Kartenausschnitt Gotenstr. 1\" class=\"wp-image-123\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><em>Gotenstra\u00dfe 1 <em><em>\u2013 <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\">Zur Karte<\/a> \u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/dee\/juedische-aerzte-und-aerztinnen-2\/\">Zum Tourstart<\/a><\/em><\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/dee\/juedische-aerzte-und-aerztinnen-2\/2\/\">Dr. Eduard Schott<\/a> leitete die St\u00e4dtischen Kliniken. Im Dezember 1933 entzog die Stadt Eduard die Leitung. Ende 1935 schickte man ihn in Pension. Bereits am 6. April 1935 hing neben dem Eingang des Krankenhauses ein Plakat mit der Aufschrift: &#8222;Jud Schott heraus&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Verwaltungsdirektor des Krankenhauses, Friedrich Bernhard Winterhof, lie\u00df das Plakat entfernen. Er berichtete dem Oberb\u00fcrgermeister von dem Plakat. Doch in der Stadtverwaltung tat niemand etwas f\u00fcr Eduard. Eduard war emp\u00f6rt und entt\u00e4uscht. Er wollte weiter im Krankenhaus arbeiten und schrieb deswegen sogar an Hitler.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Krankenanstalten1935Picard-1024x690.jpg\" alt=\"Foto St\u00e4dtische Krankenanstalten, ca. 1935. Quelle: Stadtarchiv Solingen\" class=\"wp-image-1651\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">St\u00e4dtische Krankenanstalten, ca. 1935. Quelle: Stadtarchiv Solingen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Manche Solinger B\u00fcrger und B\u00fcrgerinnen versuchten, Eduard zu helfen. Sie kontaktierten Innenminister Frick und Oberb\u00fcrgermeister Dr. Otto, der selbst Arzt war.<\/p>\n\n\n\n<p>Eduard wanderte schlie\u00dflich in die USA aus. Das Leben dort war schwierig f\u00fcr ihn. Er musste sein Arzt-Examen noch einmal machen. Erst danach konnte er eine Praxis er\u00f6ffnen. Im Mai 1940 zog seine \u00e4lteste Tochter ebenfalls in die USA. Der Rest der Familie musste in Deutschland bleiben. Ilse Schott lie\u00df sich 1942 scheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Krieg bot die Stadt Solingen Eduard an, das Krankenhaus in Solingen wieder zu leiten. Eduard lehnte ab. In den Jahren 1946 und 1947 konnte der Gro\u00dfteil der Familie in die USA ziehen. 1951 folgte auch der \u00e4lteste Sohn. Eduard starb 1952.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 2017 gibt es am Solinger Klinikum eine Gedenktafel f\u00fcr Eduard. Seit 2018 befindet sich am Birkenweiher 43 auch ein Stolperstein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Eduard-Schott-1949-in-USA-RS-10124_BEA_R-1024x713.jpg\" alt=\"Foto Eduard Schott 1949 in USA. Quelle: Stadtarchiv Solingen, RS 10124\" class=\"wp-image-4155\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Eduard Schott 1949 in USA. Quelle: Stadtarchiv Solingen, RS 10124<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Dr. Horst Sassin (Bearbeitung von Andrea Halbritter, C\u00f4t\u00e9 Langues) Die Stationen 1 bis 7 k\u00f6nnen auch zu Fu\u00df gelaufen werden. Mit Station 8 sollte man das Fahrrad oder den Bus nehmen (Linie 692 oder 693 von Rathaus nach Klinikum). 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