{"id":67,"date":"2021-05-04T19:02:50","date_gmt":"2021-05-04T17:02:50","guid":{"rendered":"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/?page_id=67"},"modified":"2026-02-11T18:26:14","modified_gmt":"2026-02-11T17:26:14","slug":"juedische-aerzte-und-aerztinnen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/","title":{"rendered":"J\u00fcdische \u00c4rzte und \u00c4rztinnen"},"content":{"rendered":"\t\t<div id=\"maps-marker-pro-5d967057\" class=\"maps-marker-pro\" style=\"width: 100%;\">\r\n\t\t\t<div id=\"mmp-map-wrap-5d967057\" class=\"mmp-map-wrap\">\r\n\t\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"mmp-map-5d967057\" class=\"mmp-map\" style=\"height: 500px;\"><\/div>\r\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\r\n\t\t\t\t\t<\/div>\r\n\t\t\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><em>Von Dr. Horst Sassin<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Station 1: <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/#Marcus\">Dr. Walter und Dr. Ida Marcus<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Station 2: <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/2\/\">Prof. Dr. Eduard Schott<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Station 3: <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/3\/\">Dr. Emil Kronenberg<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Station 4: <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/4\/\">Heilanstalt Bethesda<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Station 5: <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/5\/\">Dr. Paul Berkenau<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Station 6: <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/6\/\">Emil-Kronenberg-Haus<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Station 7: <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/7\/\">Dr. Erna R\u00fcppel<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Station 8: <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/8\/\">St\u00e4dtische Krankenanstalten<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p id=\"Marcus\">Die Stationen 1\u20137 k\u00f6nnen auch zu Fu\u00df bew\u00e4ltigt werden. Inklusive Station 8 empfiehlt es sich, entweder das Fahrrad oder den Bus zu benutzen (Linie 692 oder 693 von Rathaus nach Klinikum).<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Station 1: Dr. Walter und Dr. Ida Marcus<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/S1Marcus-1.png\" alt=\"Kartenausschnitt Werwolf 20\" class=\"wp-image-114\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\"><em>Werwolf 20 \u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zur Karte<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Kinderarzt Dr. Walter Marcus, geboren 1894 in Essen, und die gleichaltrige Kinder\u00e4rztin Dr. Ida Marcus geb. Winternitz, zogen 1923 aus D\u00fcsseldorf nach Solingen, wo bereits Walter Marcus&#8216; \u00e4ltere Schwestern Toni Michelson und Lina Westheimer lebten. Ida Marcus war in Oxford geboren und in Prag aufgewachsen. Sie war Mitglied der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutsche_Liga_f%C3%BCr_Menschenrechte\" target=\"_blank\">\u201eLiga f\u00fcr Menschenrechte\u201c<\/a>, der auch Albert Einstein angeh\u00f6rte. Ihr Vater, der Indologe und Sanskritforscher <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Moriz_Winternitz\" target=\"_blank\">Prof. Moriz Winternitz<\/a>, hatte sich w\u00e4hrend dessen Aufenthalt in Prag 1911\/12 mit dem Physiker angefreundet, der des \u00f6fteren an den Wochenenden zu Besuch kam. <\/p>\n\n\n\n<p>Seit 1924 wohnte und praktizierte das Ehepaar Marcus im eigenen Haus Auf dem Kamp 53 (heute Werwolf 20). Die beiden Kinder Eva und Hans-Werner wurden 1925 und 1929 in Solingen geboren. Die Beliebtheit von Walter Marcus l\u00e4sst sich daran ermessen, dass auch Eltern aus Gr\u00e4frath mit ihren Kindern seine Praxis besuchten, obwohl sie nach 1933 von den Nationalsozialisten boykottiert wurde. <\/p>\n\n\n\n<p>Daf\u00fcr gibt es ein bezeichnendes Beispiel. In dem antisemitischen Schmierblatt \u201eDer St\u00fcrmer\u201c, erschien im Februar 1936 eine primitive Denunziation des Pfarrers der Evangelischen Kirchengemeinde Gr\u00e4frath. Julius Roe\u00dfle wurde zwar namentlich nicht genannt, war aber eindeutig zu identifizieren. Der Wortlaut:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eEin geistlicher Meckerer in Solingen. In Solingen-Gr\u00e4frath wohnt der evangelische Pfarrer Lic[ensiat] R. (Bekenntnispfarrer). Dieser Herr Pfarrer ist Mitglied der NSDAP, will aber vom Nationalsozialismus nicht viel wissen, denn er ist <em>dauernd<\/em> am Meckern. Dieser Herr Pfarrer l\u00e4\u00dft seine Kinder von einem Judenarzt (Marcus) behandeln. Wenn dieser Herr Pfarrer Nationalsozialist sein will, dann ist es die h\u00f6chste Zeit, da\u00df er die Judenfrage studiert und das Meckern aufh\u00f6rt.\u201c<\/p>\n<cite>\u201eDer St\u00fcrmer\u201c, Februar 1936<\/cite><\/blockquote>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-medium\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/MarcusWalterIda-235x300.jpg\" alt=\"Foto von Ida und Walter Marcus. Quelle: Karen I. Marcus\" class=\"wp-image-4829\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ida und Walter Marcus. Quelle: Karen I. Marcus<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich war Roe\u00dfle NSDAP-Mitglied. Er wurde 1933 als Mitglied der NSDAP-nahen <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/closedbutopen-deutsche-christen\/2235\/\" data-type=\"post\" data-id=\"2235\">\u201eDeutschen Christen\u201c<\/a> zum Pfarrer gew\u00e4hlt. Doch theologisch ging er auf Distanz zu den Nationalsozialisten. Menschlich sch\u00e4tzte er auch j\u00fcdische Mitb\u00fcrger. Auch Friedel, der Sohn des Gr\u00e4frather Architekten <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/closedbutopen-fritz-graebe\/1056\/\" data-type=\"post\" data-id=\"1056\">Fritz Gr\u00e4be<\/a>, der im Zweiten Weltkrieg Juden in der Ukraine rettete, war Patient von Dr. Walter Marcus.<\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland gab es laut der Volksz\u00e4hlung vom Juni 1933 5.557 j\u00fcdische \u00c4rzte, nicht gerechnet die aus der j\u00fcdischen Gemeinde ausgetretenen oder zum Christentum konvertierten. Das waren 11 % aller deutschen \u00c4rzte.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"Schott\">1936 wurde Dr. Walter Marcus die Kassenarztzulassung entzogen. 1937 erlaubte man ihm noch die Teilnahme an der Internationalen medizinischen Woche in Interlaken. 1938 verlor er schlie\u00dflich seine Approbation. Da hatten er und seine Frau schon die Auswanderung vorangetrieben. In der <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/closedbutopen-novemberpogrom\/1076\/\" data-type=\"post\" data-id=\"1076\">Pogromnacht 1938<\/a> blieb ihr Haus verschont, weil sie bereits einen \u201earischen\u201c K\u00e4ufer hatten, der sein k\u00fcnftiges Eigentum sch\u00fctzte. Dennoch wurde der Kinderarzt im Zuge der Pogromnacht verhaftet, nach Dachau deportiert und Mitte Dezember 1938 unter der Auflage freigelassen, Deutschland innerhalb von 14 Tagen zu verlassen. Da sie wegen der K\u00fcrze der Zeit kein Einreisevisum bekommen konnten, beantragten er und seine Frau Ida, die aufgrund ihrer Geburt in Oxford auch die britische Staatsangeh\u00f6rigkeit besa\u00df, ein Besuchsvisum f\u00fcr Britisch-Pal\u00e4stina, um von dort \u00fcber England in die USA zu gelangen. <\/p>\n\n\n\n<p id=\"Schott\">In den USA konnte Walter Marcus, bis er 1943 eine Zusatzpr\u00fcfung abgelegt hatte, keiner beruflichen T\u00e4tigkeit nachkommen und lebte so lange weitgehend von Einnahmen seiner Frau, die als Laborantin zun\u00e4chst eine unterqualifizierte Arbeit fand. Mitte der 1940er Jahre bekamen beide die M\u00f6glichkeit am Thorek Hospital in Chicago zu arbeiten und gr\u00fcndeten sp\u00e4ter ein eigenes Labor, w\u00e4hrend Walter Marcus auch eine eigene Praxis er\u00f6ffnete.<\/p>\n\n\n\n<p>Ida Marcus starb am <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.findagrave.com\/memorial\/179577917\/ida-irma-marcus\" target=\"_blank\">2. Dezember 1958<\/a> in Chicago an einer Lungenentz\u00fcndung, die vermutlich die Folge einer Hirnentz\u00fcndung war, die sie sich bei der Arbeit im Labor zugezogen hatte. Ihre Beisetzung fand unter gro\u00dfer Anteilnahme statt. Auch der B\u00fcrgermeister von Chicago, Richard J. Daley, trug sich ins Kondolenzbuch ein. Ihr Mann Walter heiratete nach ihrem Tod ein zweites Mal und starb am <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.findagrave.com\/memorial\/184058858\/walter-marcus\" target=\"_blank\">28. Juli 1973<\/a>, ebenfalls in Chicago. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/MarcusIda_Ausweis-773x1024.jpg\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4831\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/MarcusIda_Ausweis-773x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4831\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/MarcusIda_laboratory41.jpg\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4832\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/MarcusIda_laboratory41.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4832\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/MarcusIda_ObitTribune-2.jpg\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4836\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/MarcusIda_ObitTribune-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4836\"\/><\/a><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Links: Ausweis von Ida Marcus von 1937, Mitte: Ida Marcus (rechts) 1941 im Labor, Rechts: Todesanzeige f\u00fcr Dr. Ida Marcus. Quelle: Karen I. Marcus<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Als die Tochter Eva 1968 eine Anfrage aus Solingen von Herbert Weber bekam, der an einer Dokumentation der Pogromnacht in Solingen arbeitete, schrieb sie ihm zur\u00fcck, dass sie sich nicht an diese ungl\u00fcckliche Zeit erinnern wolle, die sie erfolgreich verdr\u00e4ngt habe. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eEs ist sehr schlimm, wenn Menschen die man kannte und traute sich in eine wilde, unbeherrschte, irrsinnige Horde wandeln, der man nichts sagen kann, und die mit Wut alles zerst\u00f6rt und verbrennt. Viele andere Menschen haben auch selbst die Aufregung und Verzweiflung erfahren einen Vater oder Gatten im Konzentrationslager zu haben. Aber wie kann man der heutigen freien Jugend solche Tatsachen und Gef\u00fchle schildern? Es ist doch nur mehr alte Geschichte. Es tut mit wirklich leid dass ich Ihnen nicht mehr Unterst\u00fctzung geben kann, aber meine Erlebnisse bleiben am Besten vergessen.\u201c<\/p>\n<cite>Eva Cohn, geb. Marcus im September 1968<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Station 2: Prof. Dr. Eduard Schott<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/S2Schott-1.png\" alt=\"Kartenausschnitt Birkenweiher 43\" class=\"wp-image-116\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><em>Birkenweiher 43 \u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zur Karte<\/a><\/em> \u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/\">Zum Tourstart<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/stolpersteine-solingen.de\/stolperstein-am-birkenweiher-erinnert-an-mediziner-eduard-schott\/787\" target=\"_blank\">Eduard Schott<\/a>, Jahrgang 1886, ist in Worms aufgewachsen. W\u00e4hrend seines Medizinstudiums beeindruckte ihn ein bekannter Kommilitone tief, Albert Schweitzer, unter dessen Einfluss er von der j\u00fcdischen Gemeinde zur evangelischen Kirche konvertierte. 1911 erhielt er seine Approbation, 1914-1918 arbeitete er als Oberarzt im Lazarett an der West- und Ostfront; dazu bemerkte er in seinem Lebenslauf knapp: \u201eErfahrungen in Kriegsseuchen, zeitweise chirurgische T\u00e4tigkeit\u201c. 1917 heiratete er die ebenfalls im Lazarett arbeitende nichtj\u00fcdische Johanniterschwester Ilse Gumprecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem Ersten Weltkrieg lehrte er an der K\u00f6lner Akademie f\u00fcr Praktische Medizin. 1919 wurde er Dozent an der neu gegr\u00fcndeten Universit\u00e4t K\u00f6ln, die ihn 1921 zum au\u00dferordentlichen Professor ernannte. Am 1. Oktober 1927 \u00fcbernahm Eduard Schott die Stelle als Chefarzt der Inneren Abteilung und leitender Arzt an den <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/8\/\">St\u00e4dtischen Krankenanstalten<\/a> in Solingen. \u00dcber die folgenden Jahre gibt es N\u00e4heres an der Station \u201eKlinikum\u201c. Hier, am Birkenweiher 43, soll nur auf den Tiefpunkt der Entwicklung 1938 eingegangen werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/PK-1175-1024x627.jpg\" alt=\"Historische Postkarte Birkenweiher, rechts Haus Nr. 43. Quelle: Stadtarchiv Solingen, PK 1175\" class=\"wp-image-4168\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Historische Ansicht Birkenweiher, rechts Haus Nr. 43. Quelle: Stadtarchiv Solingen<\/em>, PK 1175<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Nachdem die 4. Verordnung zum Reichsb\u00fcrgergesetz die Bestallung j\u00fcdischer \u00c4rzte zum 30. September 1938 f\u00fcr erloschen erkl\u00e4rt hatte, sodass Dr. Schott seine Privatpraxis verlor, wurde w\u00e4hrend des <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/closedbutopen-novemberpogrom\/1076\/\" data-type=\"post\" data-id=\"1076\">Novemberpogroms<\/a> 1938 seine Wohnung zerst\u00f6rt und er selbst vor\u00fcbergehend in Schutzhaft genommen. Sein Sohn Francis hat in der New York Times 1988 beschrieben, wie er als 12-J\u00e4hriger die Pogromnacht erlebt hatte:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eEin gellendes Ger\u00e4usch r\u00fcttelt uns mitten in der Nacht auf. Glas und Holz unserer Wohnungst\u00fcr zersplittern. Meine kleine Schwester und ich sitzen aufrecht in unseren Betten, fassungslos. Der Krach wird noch lauter, Gegenst\u00e4nde zerbrechen, barsche M\u00e4nnerstimmen sind zu h\u00f6ren. Meine Mutter schl\u00fcpft vom Schlafzimmer nebenan in unser Zimmer und stellt sich in die F\u00fcllung unserer geschlossenen T\u00fcr. Schwere Schritte eilen vom Wohnzimmer im vorderen Teil der Wohnung zum Esszimmer am anderen Ende. Die Ger\u00e4usche der Zerst\u00f6rung verst\u00e4rken sich, als Porzellan und Kristall in den Korridor geworfen werden.<br>Pl\u00f6tzlich wird es mir klar. Die Nazis sind gekommen, uns zu holen. Sie zerschlagen unsere Sachen. Meine Mutter versucht, uns zu sch\u00fctzen. Auf unerkl\u00e4rliche Weise ergreift mich die kalte Angst, nicht um mein eigenes Leben, sondern um das meiner Mutter. Die Nazis werden sie umbringen. Ich ducke mich.<br>Dann sind sie fort. \u2026 Das italienische Cello meines Vaters besteht nur noch aus Splittern, der Bechstein-Fl\u00fcgel ist irreparabel zertr\u00fcmmert. Die Aquarelle von Emil Nolde und Zeichnungen von Paul Klee liegen zertreten auf dem Boden. \u2026<br>Es kommt noch schlimmer, viel schlimmer. Aber in der <em>Kristallnacht <\/em>hat ein 12-j\u00e4hriger eine Lektion verinnerlicht. Die geordnete Welt, in der nur die Polizei dich holen kann und die nur dann kommt, wenn du ein Verbrecher bist \u2013 diese Welt gibt es nicht mehr.\u201c<\/p>\n<cite>Erinnerung von Francis Schott in der New York Times, November 1988<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Professor Schott wurde im Polizeigef\u00e4ngnis Potsdamer Stra\u00dfe inhaftiert, aber entlassen, um die Emigration vorzubereiten. Schon im Mai 1939 gelang ihm die Emigration in die USA, w\u00e4hrend seine Frau mit den vier Kindern zu ihren Eltern nach Weimar zog.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiter zu:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/8\/\">St\u00e4dtische Krankenanstalten<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Station 3: Dr. Emil Kronenberg<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/S3Kronenberg-1.png\" alt=\"Kartenausschnitt Katternberger Str. 24\" class=\"wp-image-118\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><em>Katternberger Str. 24 <em>\u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zur Karte<\/a><\/em> \u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/\">Zum Tourstart<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/stolpersteine-solingen.de\/stolpersteine-erinnern-an-adele-und-emil-kronenberg\/932\" target=\"_blank\">Emil Kronenberg<\/a> wurde 1864 als Sohn eines Arztes in Leichlingen geboren. In den Jahren 1885 bis 1890 studierte er an verschiedenen Universit\u00e4ten Medizin.<\/p>\n\n\n<div class=\"bg-margin-for-link\"><input type='hidden' bg_collapse_expand='69ed1b36ae0f02039900526' value='69ed1b36ae0f02039900526'><input type='hidden' id='bg-show-more-text-69ed1b36ae0f02039900526' value='J\u00fcdische Student:innen in der Medizin'><input type='hidden' id='bg-show-less-text-69ed1b36ae0f02039900526' value='verbergen'><a id='bg-showmore-action-69ed1b36ae0f02039900526' class='bg-showmore-plg-link bg-arrow '  style=\" color:#dd6622;;\" href='#'>J\u00fcdische Student:innen in der Medizin<\/a><div id='bg-showmore-hidden-69ed1b36ae0f02039900526' ><\/p>\n\n\n\n<p>Medizin war damals das beliebteste Studienfach j\u00fcdischer Studenten. Im Wintersemester 1886\/87 studierten 1134 j\u00fcdische Studenten, das waren 9 % aller deutschen Studenten. Von den j\u00fcdischen Studenten w\u00e4hlten 57 % das Fach Medizin, das war der h\u00f6chste erreichte Anteil. Knapp 20 Jahre sp\u00e4ter studierten noch 25 % aller j\u00fcdischen Studenten in Deutschland Medizin, 41 % studierten Jura. Die Wahl dieser Fakult\u00e4ten zeigt auch, in welchem Ma\u00df die nachwachsende j\u00fcdische Generation die Berufseinschr\u00e4nkungen antizipierte, die sie im \u00f6ffentlichen Dienst zu erwarten hatte. Als \u00c4rzte oder Rechtsanw\u00e4lte konnten sie in freien Berufen arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Weshalb wandten die jungen Juden, sp\u00e4ter auch J\u00fcdinnen sich diesen F\u00e4chern zu? Die V\u00e4ter waren vielfach Kaufleute. Kaufleute hatten im Kaiserreich ein niedriges Sozialprestige; sie galten als rein materiell interessiert und als unproduktiv. Viele S\u00f6hne wollten nun in die humanistische Bildungselite aufsteigen. 92 % aller deutschen Kinder besuchten 1906\/07 die Volksschule, nur 8 % eine weiterf\u00fchrende Schule. Im Vergleich waren es 59 % der j\u00fcdischen Sch\u00fcler.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Wintersemester 1911\/12 stieg die Zahl der j\u00fcdischen Studenten auf 1356, ihr Anteil aber sank binnen 25 Jahren von 9 auf 5,6 %; denn inzwischen war der Bildungswille auch bei protestantischen und verz\u00f6gert bei katholischen Familien angekommen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/div><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Emil Kronenberg lie\u00df sich 1891 in H\u00f6hscheid als praktischer Arzt nieder, ging aber schon im folgenden Jahr nach Berlin, um sich als HNO-Arzt ausbilden zu lassen.  <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-medium\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Na-25-21-frei.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Na-25-21-frei-198x300.jpg\" alt=\"Foto des Ehepaars Adele und Dr. Emil Kronenberg, Quelle: Stadtarchiv Solingen, Na 25-21\" class=\"wp-image-2716\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Ehepaar Adele und Dr. Emil Kronenberg, Quelle: Stadtarchiv Solingen, Na 25-21<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Zur\u00fcck in Solingen, er\u00f6ffnete er 1894 seine HNO-Praxis und heiratete 1896 die Kaufmannstochter Adele Becker aus christlicher Familie, wobei er Mitglied der Synagogengemeinde blieb. Die Ehe blieb kinderlos. Doch wiederholt nahm das Ehepaar Kinder von Verwandten \u00fcber Jahre auf. Hier ist insbesondere Emil Kronenbergs Nichte, die angehende \u00c4rztin Grete Blumenthal, zu nennen.<\/p>\n\n\n\n<p>In den folgenden Jahrzehnten ver\u00f6ffentlichte Emil Kronenberg zahlreiche medizinische Artikel in Fachzeitschriften. Er trat 1894 dem \u00c4rztlichen Verein Solingen bei, dessen Vorstandsmitglied er bis 1933 jahrzehntelang war, war 1897 Mitgr\u00fcnder des Vereins westdeutscher Hals- und Ohren\u00e4rzte und \u00fcbernahm den Vorsitz in den Jahren 1912-1914. Im Ersten Weltkrieg diente er als Oberstabsarzt in einem Lazarett an der Westfront.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"Bethesda\">W\u00e4hrend Emil Kronenbergs Vater den Nationalliberalen nahegestanden hatte, betrachtete sich der Sohn als Linksliberaler im Sinne Friedrich Naumanns. Er war 1906 Gr\u00fcnder und Vorsitzender der Ortsgruppe des Nationalsozialen Vereins Solingen in der Freisinnigen Vereinigung. Als Naumann 1910 die Vereinigung der Linksliberalen in der Fortschrittlichen Volkspartei gelang, wurde er Vorsitzender ihres Solinger Ortsverbandes, 1919 Vorsitzender der Deutschen Demokratischen Partei Solingen. Zwischen Anfang 1926 und Mitte 1928 muss er dieses Amt aufgegeben haben; seither amtierte seine Frau Adele als Schriftf\u00fchrerin.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Na-25-20-1024x771.jpg\" alt=\"Foto Dr. Emil Kronenberg (in der Bildmitte sitzend mit Rotkreuz-Binde) im Feldlazarett w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs, Quelle: Stadtarchiv Solingen, Na 25-20\" class=\"wp-image-2719\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dr. Emil Kronenberg (in der Bildmitte sitzend mit Rotkreuz-Binde) im Feldlazarett w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs, Quelle: Stadtarchiv Solingen, Na 25-20<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>2019 wurden an der Katternberger Str. auf Initiative der Solinger FDP <a href=\"https:\/\/stolpersteine-solingen.de\/stolpersteine-erinnern-an-adele-und-emil-kronenberg\/932\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Stolpersteine<\/a> f\u00fcr Adele und Emil Kronenberg verlegt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4855\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ek_5749-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4855\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4854\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ek_5721-765x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4854\"\/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Stolpersteinverlegung f\u00fcr das Ehepaar Kronenberg. Fotos: Daniela Tobias<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>weiter zu:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/4\/\">Heilanstalt Bethesda<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/6\/\">Emil-Kronenberg-Haus<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Station 4: Heilanstalt Bethesda<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/S4Bethesda-1.png\" alt=\"Kartenausschnitt Friedrichstr. \/ Ecke Kirschbaumer Hof\" class=\"wp-image-119\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><em>Friedrichstra\u00dfe, Ecke Kirschbaumer Hof <em><em>\u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zur Karte<\/a><\/em> \u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/\">Zum Tourstart<\/a><\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1899 gr\u00fcndete <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/3\/\">Dr. Emil Kronenberg<\/a> mit drei Fach\u00e4rzten f\u00fcr Augen-, Frauen- und Kinderkrankheiten die Heilanstalt Bethesda als Privatklinik mit zun\u00e4chst nur 25 Betten. Die Kranken waren in Zimmern mit ein bis drei Betten untergebracht \u2013 eine Verbesserung im Verh\u00e4ltnis zu den allgemeinen Krankenh\u00e4usern. Ihre Praxen behielten die \u00c4rzte bei. Nachdem der Diakonissenverband Bethesda die Klinik 1910 gekaufte hatte, blieben die Fach\u00e4rzte dort weiterhin t\u00e4tig. Als mit dem Reichsb\u00fcrgergesetz vom 15. September 1935 den sogenannten Nichtariern die Reichsb\u00fcrgerschaft entzogen wurde, verloren j\u00fcdische \u00c4rzte ihre Anstellungen in \u00f6ffentlichen und privaten Krankenh\u00e4usern. Dass Emil Kronenberg seine T\u00e4tigkeit in der Bethesda aufgeben musste, veranlasste ihn dazu, auch seine Praxis einzustellen. Da er nur noch ein Viertel seines fr\u00fcheren Einkommens erzielte, h\u00e4tte er mit Verlust arbeiten m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Er verkaufte sein Wohnhaus mit Praxis an seinen Schwager und mietete sich in H\u00f6hscheid an der Neuenkamper Stra\u00dfe 70 ein. Seine monatliche Rente betrug nun magere 120 Mark.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/PK-6645-1024x644.jpg\" alt=\"Postkarte des Krankenhauses Bethesda. Quelle: Stadtarchiv Solingen, PK 6645\" class=\"wp-image-5024\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Postkarte des Krankenhauses Bethesda. Quelle: Stadtarchiv Solingen, PK 6645<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die bereits erw\u00e4hnte Nichte <a href=\"http:\/\/aerzte.erez-israel.de\/weidenbaum\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Grete Blumenthal<\/a> wohnte von April 1935 an wieder bei ihrem Onkel Dr. Emil Kronenberg, nachdem sie schon von 1922 bis 1924 bei ihm gelebt hatte. 1906 geboren, absolvierte sie nach Beendigung des Medizinstudiums ihr praktisches Jahr am Israelitischen Krankenhaus in Frankfurt a.M. Im Februar 1935 bestand sie die Doktorpr\u00fcfung, erhielt aber trotz ihres \u00dcbertritts zum evangelischen Bekenntnis infolge ihrer j\u00fcdischen Herkunft weder ihr Diplom noch die Approbation als \u00c4rztin. Anfang 1936 konnte sie nach Belgien auswandern. Das Diplom erhielt sie nach ihrem Verzicht auf die deutsche Approbation schlie\u00dflich Ende 1937. Als Belgien im Zweiten Weltkrieg deutsch besetzt wurde, lebte sie seit Dezember 1940 illegal in Antwerpen, dann in Marseille und in Aix-en-Provence. Im September 1942 floh sie in die Schweiz, wo sie in verschiedenen Internierungslagern festgehalten wurde. Nach Kriegsende kehrte sie nach Belgien zur\u00fcck. Nach verschiedenen anderen Aufenthalten emigrierte sie Ende 1950 nach Israel, wo sie seit 1951 als \u00e4rztliche Leiterin eines klinischen Laboratoriums arbeitete.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"Berkenau\">Mit Dr. Emil Kronenberg verlor auch der Internist <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/7\/\">Dr. Hans R\u00fcppel<\/a> die Leitung der Inneren Abteilung an der Bethesda, obwohl er weder Glaubensjude noch j\u00fcdischer Herkunft war. <\/p>\n\n\n\n<p>Weiter zu:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/3\/\">Wohnhaus Emil Kronenberg<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/6\/\">Emil-Kronenberg-Haus<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Station 5: Dr. Paul Berkenau<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/S5Berkenau-1.png\" alt=\"Kartenausschnitt S\u00fcdwall 36 (Dreieck)\" class=\"wp-image-120\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><em>Dreieck (S\u00fcdwall 36) <em><em>\u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zur Karte<\/a> \u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/\">Zum Tourstart<\/a><\/em><\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der evangelische Nervenarzt Dr. Paul Berkenau entstammte der j\u00fcdischen Familie Benjamin in Hannover. 1911 nahm der 21-J\u00e4hrige den Namen Berkenau an. Als er Ende 1927 nach Solingen kam, richtete er seine erste Praxis an der Weststra\u00dfe, heute Klemens-Horn-Str. 25, ein. Berkenaus und ihre direkten Nachbarn, das <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/7\/\">\u00c4rzteehepaar R\u00fcppel<\/a>, freundeten sich an. Schon 1929 zog Paul Berkenau mit seiner 12 Jahre j\u00fcngeren Frau Erika geb. Scharfenberg und den 1924 und 1927 geborenen Kindern G\u00fcnther und Susanne an den S\u00fcdwall 36 (heute etwa am Dreieck Graf-Wilhelm-Platz). G\u00fcnther engagierte sich sp\u00e4ter im CVJM. Laut <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/closedbutopen-aenne-wagner\/999\/\" data-type=\"post\" data-id=\"999\">\u00c4nne Wagner<\/a> geh\u00f6rte neben ihr selbst auch der Kulturkritiker <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/max-leven\/\" data-type=\"page\" data-id=\"1384\">Max Leven<\/a>, der unter R\u00fcckenmarkschwindsucht litt, zu Dr. Berkenaus Patienten.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Auftakt zur Emigration der Familie Berkenau machte der Sohn G\u00fcnther. Dr. Berkenau meldete ihn wegen pers\u00f6nlicher Anfeindungen bereits 1937 vom Gymnasium ab und erm\u00f6glichte ihm den Besuch eines Internats in England, wo er zun\u00e4chst aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse mit gro\u00dfen Schwierigkeiten zu k\u00e4mpfen hatte. Als die Eltern Berkenau sich am 29. September 1938 nach K\u00f6ln abmeldeten, lie\u00dfen sie ihre 11-j\u00e4hrige Tochter Susanne \u00fcbergangsweise bei dem Ehepaar R\u00fcppel zur\u00fcck. Nach der <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/closedbutopen-novemberpogrom\/1076\/\" data-type=\"post\" data-id=\"1076\">Pogromnacht<\/a> vom 9. auf den 10. November 1938 holte Dr. Berkenau sie jedoch aus dem bedrohten Haus und brachte sie bei einem \u201earischen\u201c Arzt unter.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/BerkenauRueppel1920.jpg\" alt=\"Foto des Ehepaars Dr. Hans (rechts) und Dr. Erna R\u00fcppel (2. v.l.) mit der Familie Berkenau (Mitte) und einer weiteren Freundin (links). Quelle: Stadtarchiv Solingen.\" class=\"wp-image-4627\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Ehepaar Dr. Hans (rechts) und Dr. Erna R\u00fcppel (2. v.l.) mit der Familie Berkenau (Mitte) und einer weiteren Freundin (links). Quelle: Stadtarchiv Solingen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>1939 wanderte der beliebte menschenfreundliche Arzt notgedrungen nach England aus. Dort musste er erst ein englisches Medizinexamen nachholen, bevor er ab 1941 als Klinik-Arzt arbeiten konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Sohn G\u00fcnther besuchte nach einigen Schulwechseln schlie\u00dflich eine Tagesschule in Oxford, wohin seine Eltern zwischenzeitlich \u00fcber die Schweiz geflohen waren. Nachdem er zeitweilig als Forstarbeiter gearbeitet hatte, meldete er sich 1942 mit 18 Jahren zur britischen Armee, wo er zum Panzerfahrer ausgebildet wurde. Damals \u00e4nderte er seinen Familiennamen zu Berkeley. Er war beteiligt, als die Westalliierten am D-Day, dem 6. Juni 1944, an der nordfranz\u00f6sischen Normandie-K\u00fcste landeten und damit die Westfront er\u00f6ffneten, an der er bis zum 8. Mai 1945 k\u00e4mpfte. Nach Kriegsende war er Besatzungssoldat in Norddeutschland.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"VHS\">Erst 1947 erhielt sein Vater Dr. Paul Berkenau die britische Staatsb\u00fcrgerschaft. 1957 trat er in den Ruhestand. Paul Berkenau starb 1963.<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Station 6: Emil-Kronenberg-Haus<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/S6Kronenberg-1.png\" alt=\"Kartenausschnitt Mummstr. 10\" class=\"wp-image-121\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><em>Mummstra\u00dfe 10 <em><em>\u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zur Karte<\/a> \u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/\">Zum Tourstart<\/a><\/em><\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wie anhand einer Info-Tafel zu sehen ist, wurde das Haus der Stadtbibliothek und VHS nach <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/3\/\">Dr. Emil Kronenberg<\/a>, benannt, und zwar im Jahr 2004. Das ist kein Zufall. Das Ehepaar Kronenberg war vielf\u00e4ltig kulturell interessiert. Adele Kronenberg engagierte sich vor 1914 im Verein Jugendschutz, in den 1920ern im Wohlfahrtsausschuss der Stadt Solingen, 1929 in der Solinger Nothilfe. Emil Kronenberg wirkte in der 1894 gegr\u00fcndeten Solinger Lesegesellschaft mit, die ab 1896 auch Vortr\u00e4ge von Dichtern, Forschern und Gelehrten veranstaltete. Er engagierte sich daf\u00fcr, dass die Stadt Solingen eine Volkshochschule betreiben sollte. Die erste von ihm initiierte Volkshochschule, die von einem Verein f\u00fcr VHS-Kurse getragen wurde, gelang von 1912 bis 1918. In der Weimarer Republik erfolgte dann 1919 die Gr\u00fcndung der st\u00e4dtischen Volkshochschule. Der Arzt war Mitglied der st\u00e4dtischen Bildungskommission, au\u00dferdem wirkte er in der Gesundheitskommission mit.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-medium\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Na-25-21-Nr.-019.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Na-25-21-Nr.-019-224x300.jpg\" alt=\"Nachkriegsfoto Dr. Emil Kronenberg, Quelle: Stadtarchiv Solingen, Na 25-21 Nr. 19\" class=\"wp-image-4570\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dr. Emil Kronenberg, Quelle: Stadtarchiv Solingen, Na 25-21 Nr. 19<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Inzwischen erweiterte die Solinger Lesegesellschaft ihren Buch- und Zeitschriftenbestand kontinuierlich. Als Anfang 1926, wiederum auf Initiative Dr. Kronenbergs, die Stadtb\u00fccherei ins Leben gerufen wurde, konnte sie den Bestand der Lesegesellschaft von 3000 B\u00fcchern \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Macht\u00fcbernahme der Nationalsozialisten mussten Emil und Adele Kronenberg alle Ehren\u00e4mter aufgeben.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"R\u00fcppel\">Ab Ende 1941 wirkte Emil Kronenberg als der letzte \u201eSachbearbeiter des B\u00fcros Solingen\u201c der Reichsvereinigung der Juden. Am 1. Februar 1943 wurde die Einziehung seines gesamten Verm\u00f6gens zugunsten des Deutschen Reiches verf\u00fcgt, aber nicht vollzogen. Am 17. September 1944 wurde er mit den verbliebenen, in sogenannter <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/closedbutopen-nuernberger-rassegesetze\/1070\/\" data-type=\"post\" data-id=\"1070\">Mischehe<\/a> lebenden Juden nach Theresienstadt verschleppt. Nach der Befreiung kehrte er am 1. Juli 1945 nach Solingen zur\u00fcck. Die neu gegr\u00fcndete FDP vertrat er im Kulturausschuss. Er starb 1954 fast 90-j\u00e4hrig. Seine Urne wurde auf dem evangelischen Friedhof Kasinostra\u00dfe neben seiner 1943 verstorbenen Ehefrau beigesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiter zu:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/3\/\">Wohnhaus Emil Kronenberg<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/4\/\">Heilanstalt Bethesda<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Station 7: Dr. Erna R\u00fcppel<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/S7Rueppel-1.png\" alt=\"Kartenausschnitt Augustastr. 10\" class=\"wp-image-122\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><em>Augustastra\u00dfe 10 <em><em>\u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zur Karte<\/a> \u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/\">Zum Tourstart<\/a><\/em><\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Solinger Kinder\u00e4rztin <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/closedbutopen-dr-erna-rueppel\/1084\/\">Dr. Erna R\u00fcppel<\/a> stammte m\u00fctterlicherseits aus der Familie Joseph Feist, die sowohl in der Stahlwarenindustrie als auch in der Synagogengemeinde eine Rolle spielte. Geboren 1895 als Erna Marcus in Wuppertal-Barmen, erlebte sie ihre Kindheit und Jugend in K\u00f6ln. Dort machte sie \u2013 damals eine Seltenheit \u2013 1913 das Abitur. Medizin studierte sie haupts\u00e4chlich an der Universit\u00e4t zu Bonn.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1914 gab es mehr als 4.000 Studentinnen, das war 6 % der gesamten Studentenschaft. Von diesen gut 4.000 Studentinnen waren 11,2 % j\u00fcdisch. Im Wintersemester 1911\/12 studierten 28 % der j\u00fcdischen Studentinnen Medizin.<\/p>\n\n\n\n<p>Vermutlich an der Universit\u00e4tsklinik Bonn lernte Erna Marcus auch ihren Ehemann kennen, den 1890 unehelich geborenen Dr. Hans R\u00fcppel, der Internist wurde. Sie heirateten im Dezember 1921. Die Ehe blieb kinderlos.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Rueppel-Kinderstation-web-1024x783.jpg\" alt=\"Foto Dr. Erna R\u00fcppel am Kinderkrankenbett, wohl Anfang der 1920er Jahre, Quelle: Horst Sassin\" class=\"wp-image-1335\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dr. Erna R\u00fcppel am Kinderkrankenbett, wohl Anfang der 1920er Jahre, Quelle: Horst Sassin<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach einigen Jahren Praxis in Herrenalb, wo Hans R\u00fcppel das Kurhaus leitete, zogen sie 1927 nach Solingen in die Weststra\u00dfe (Klemens-Horn-Stra\u00dfe) 25a, wo sie zusammen mit dem Neurologen <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/5\/\">Dr. Paul Berkenau<\/a> eine Praxisgemeinschaft bildeten. Als sie sich etabliert hatten, trennten sie die Praxen, und R\u00fcppels wechselten 1929 zur Weststra\u00dfe 32. Einige Jahre sp\u00e4ter bauten sie an der Augustastra\u00dfe 10 ein eigenes Haus, wof\u00fcr Hans R\u00fcppel das Kurhaus 1932 verkaufte. Im Dezember 1933 bezogen sie ihr neues Haus mit zwei Praxen und zwei Wohnungen f\u00fcr das Ehepaar R\u00fcppel und f\u00fcr die Tante Hermine R\u00fcppel, die den Haushalt f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Chronik der Ausgrenzung war dieselbe wie bei allen Juden \u2013 mit dem Unterschied, dass Dr. Hans R\u00fcppel nach rassistischen Kriterien \u201eArier\u201c war. Trotzdem wurde auch er boykottiert, verlor die Wohlfahrtspraxis der Stadt, die Leitung der Inneren Abteilung an der <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/4\/\">Heilanstalt Bethesda<\/a> und die Krankenkassenzulassung. Einen Tag nach der Reichspogromnacht 1938 wurde auch die gemeinsame Wohnung und Hans R\u00fcppels Praxis verw\u00fcstet. Mit beteiligt war der Zahnarzt Dr. Langenohl, NSDAP-Parteigenosse und SA-Sanit\u00e4tsf\u00fchrer. Zwei S\u00f6hne des Bekenntnispfarrers Johannes Lutze besuchten am n\u00e4chsten Tag die Familien <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/2\/\">Schott<\/a> und R\u00fcppel, ein Zeichen der Solidarit\u00e4t.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-medium\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Ehepaar-Rueppel-web.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Ehepaar-Rueppel-web-209x300.jpg\" alt=\"Foto des Ehepaars Erna und Hans R\u00fcppel in den 1920ern, Quelle: Horst Sassin\" class=\"wp-image-1339\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Ehepaar Erna und Hans R\u00fcppel in den 1920ern, Quelle: Horst Sassin<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Das Ehepaar Dr. R\u00fcppel entschloss sich nun, sich zum Schein scheiden zu lassen, damit der Internist wieder normal verdienen und dadurch auch Ernas Mutter und die \u00e4ltere Schwester Grete, die behindert war, finanziell unterst\u00fctzen konnte. Solche Verfahren wurden enorm beschleunigt. Bereits Ende Dezember erfolgte das Scheidungsurteil. Wenige Tage sp\u00e4ter zog Erna R\u00fcppel aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre neue Wohn- und Arbeitsst\u00e4tte wurde das \u201eIsraelitische Asyl f\u00fcr Kranke und Altersschwache\u201c in K\u00f6ln, wo sie nach der Entziehung ihrer Approbation als Lernschwester begann. Als auch in K\u00f6ln die Juden in sogenannten Judenh\u00e4usern zwangsweise zusammengefasst wurden, gelang es ihr, Mutter und Schwester in der Abteilung f\u00fcr Altersschwache unterzubringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der 1000-Bomber-Angriff auf K\u00f6ln vom 31. Mai 1942 \u00e4nderte alles. Um \u201earischen\u201c Patienten Platz zu machen, musste das unbesch\u00e4digt gebliebene Israelitische Asyl ger\u00e4umt werden. Die Kranken und Alten kamen in das Lager M\u00fcngersdorf, von wo ab Juni die Transporte nach Theresienstadt begannen. Einem solchen Transport wurde Erna R\u00fcppel zugeteilt. Mit viel Gl\u00fcck konnte sie von einem Lastwagen springen und eine Kontaktadresse in Solingen benachrichtigen. Von nun an lebte sie in der Illegalit\u00e4t, zun\u00e4chst in Solingen, dann in D\u00fcsseldorf. Mithilfe kroatischer Freunde gelang es Hans R\u00fcppel, gef\u00e4lschte Ausweispapiere f\u00fcr Erna zu organisieren, mit denen sie unter falscher Identit\u00e4t eine weniger gef\u00e4hrdete Existenz f\u00fchren konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Juni 1943 trat Erna R\u00fcppel unter dem Namen Anna Markus(ch) eine Stelle beim Rotkreuzkrankenhaus in M\u00fcnchen an. Die fast zwei Jahre bis zur Befreiung M\u00fcnchens durch die US-Armee m\u00fcssen enorm belastend gewesen sein. Nie durfte sie sich eine Bl\u00f6\u00dfe geben, nie ihre Identit\u00e4t oder ihr \u00e4rztliches Fachwissen preisgeben. In den letzten Monaten litt sie an einer schmerzhaften Speicheldr\u00fcsenentz\u00fcndung mit eingeklemmtem Stein. Sie lie\u00df sie nicht operieren, um nicht im halbbewussten Zustand beim Aufwachen ihren wahren Namen zu nennen. Das Eintreffen der Amerikaner erlebte sie als Befreiung.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum nach Solingen zur\u00fcckgekehrt, fuhr sie mit einem Bus an die tschechoslowakische Grenze, in der Hoffnung, ihre Mutter und ihre Schwester aus dem KZ Theresienstadt abholen zu k\u00f6nnen. Doch die tschechische Regierung hatte die Grenzen geschlossen. Unverrichteter Dinge kehrte sie nach Solingen zur\u00fcck. 1952 lie\u00df sie Mutter und Schwester f\u00fcr tot erkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>In Solingen begann sie ihr fr\u00fcheres Leben wiederaufzunehmen, er\u00f6ffnete ihre Praxis neu, beantragte Wiedergutmachung, heiratete ihren Mann ein zweites Mal. Das Ehepaar R\u00fcppel erlebte die Verurteilung des SA-Trupps, der bei ihnen gew\u00fctet hatte, einschlie\u00dflich des an der Verw\u00fcstung beteiligten Zahnarztes Langenohl. Sie engagierten sich in verschiedenen Aussch\u00fcssen f\u00fcr die wieder Fu\u00df fassende Demokratie.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"Klinikum\">1952 zog Hans R\u00fcppel zu einer anderen Frau nach D\u00fcsseldorf, wahrte aber Solidarit\u00e4t mit Erna R\u00fcppel, indem er sich nicht scheiden lie\u00df und ihr die gew\u00fcnschten Verm\u00f6genswerte \u00fcbertrug. Erna R\u00fcppel wurde nach ihrem Tod 1970 unter \u00fcberw\u00e4ltigender Teilnahme der Bev\u00f6lkerung auf dem evangelischen Friedhof Kasinostra\u00dfe beerdigt.<\/p>\n\n\n\n<p>2018 wurde im Beisein von Verwandten aus der Familie Feist ein <a href=\"https:\/\/stolpersteine-solingen.de\/stolpersteinverlegung-fuer-dr-erna-rueppel\/707\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Stolperstein<\/a> an der Augustastr. 10 verlegt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"2421\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/uprueppel17-1024x748.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2421\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"1358\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/uprueppel13-1024x707.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1358\"\/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Stolpersteinverlegung f\u00fcr Dr. Erna R\u00fcppel. Fotos: Uli Preuss<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Station 8: St\u00e4dtische Krankenanstalten<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/S8Klinikum-1.png\" alt=\"Kartenausschnitt Gotenstr. 1\" class=\"wp-image-123\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><em>Gotenstra\u00dfe 1 <em><em>\u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/mmp\/fullscreen\/1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zur Karte<\/a> \u2013 <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/\">Zum Tourstart<\/a><\/em><\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Hier sind wir an der \u00e4rztlichen Wirkungsst\u00e4tte von <a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/2\/\">Dr. Eduard Schott<\/a> seit 1927. Im Dezember 1933 entzog die Stadt ihm die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, zum Ende des Jahres 1935 wurde er zwangspensioniert. Schon zuvor hatte er erhebliche Pressionen zu erleiden: Am 6. April 1935 prangte an der Frontseite des Krankenhauses, gleich neben dem Eingang, ein Plakat, auf dem \u201ein gro\u00dfer blutroter Schrift\u201c zu lesen war: \u201eJud Schott heraus\u201c. <\/p>\n\n\n\n<p>Den gleichen Spruch hatten die unbekannten T\u00e4ter an der Gartenmauer von Schotts Dienstwohnung, Gotenstra\u00dfe 16, angebracht. Der Verwaltungsdirektor des Krankenhauses, Friedrich Bernhard Winterhof, lie\u00df das Plakat emp\u00f6rt entfernen und berichtete an den Oberb\u00fcrgermeister. Doch in der Stadtverwaltung r\u00fchrte sich kein Finger f\u00fcr den Krankenhausarzt. Ein Verwaltungsbeamter vermerkte: \u201eEs ist nichts zu veranlassen\u201c. Eduard Schott reagierte auf die pers\u00f6nliche Herabw\u00fcrdigung und Zwangspensionierung mit einer Mischung von Unverst\u00e4ndnis, Fassungslosigkeit und Emp\u00f6rung. Er protestierte in einer Eingabe vom 21. Oktober 1935 an die Verwaltung: \u201eNiemals habe ich anders gef\u00fchlt wie deutsch, und ich werde es bis an mein Lebensende tun. 1 \u00bd Jahre war ich Soldat.\u201c Er bem\u00fchte sich sogar in einem Gesuch an den \u201eF\u00fchrer und Reichskanzler\u201c darum, eine Ausnahmegenehmigung zu erwirken, um seine Arbeit im Krankenhaus fortsetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Krankenanstalten1935Picard-1024x690.jpg\" alt=\"Foto St\u00e4dtische Krankenanstalten, ca. 1935. Quelle: Stadtarchiv Solingen\" class=\"wp-image-1651\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">St\u00e4dtische Krankenanstalten, ca. 1935. Quelle: Stadtarchiv Solingen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Auch in der Solinger B\u00fcrgerschaft regte sich Protest. Bekannte der Familie versuchten den Innenminister Frick zu mobilisieren. Die Unternehmer Otto Jagenberg, Wilhelm Sch\u00fcrhoff und Walter Osberghaus richteten an den Oberb\u00fcrgermeister Dr. Otto, der selbst Arzt war, folgende Anfrage: \u201eWir m\u00f6chten Sie davon in Kenntnis setzen, da\u00df eine Eingabe aus der B\u00fcrgerschaft in Sachen des Herrn Prof. Schott in Vorbereitung ist. D\u00fcrfen wir Sie bitten, uns wissen zu lassen, ob wir diese Eingabe unmittelbar an den F\u00fchrer und Reichskanzler richten sollen, damit sie Ihnen auf dem Dienstwege zugeht, oder ob wir sie Ihnen pers\u00f6nlich zur Weiterleitung nach Berlin \u00fcbergeben d\u00fcrfen.\u201c Erg\u00e4nzt war der Vermerk: \u201ePers\u00f6nliche R\u00fccksprache erw\u00fcnscht\u201c. B\u00fcrgermeister Br\u00fcckmann wies das Anliegen schroff zur\u00fcck: Er werde die \u201eangek\u00fcndigte Eingabe weder unterst\u00fctzen noch in Empfang nehmen. Eine pers\u00f6nliche Besprechung in dieser Angelegenheit halte ich f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig und bitte davon abzusehen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Auswanderung in die USA fiel es Professor Schott schwer, dort beruflich Fu\u00df zu fassen. Er musste sein \u00e4rztliches Examen nachholen, um in einem kleinen Ort nahe Boston seine Praxis er\u00f6ffnen zu k\u00f6nnen. Im Mai 1940 kam seine \u00e4lteste Tochter ebenfalls in die USA, der Rest der Familie musste in Weimar bleiben. 1942 lie\u00df Ilse Schott sich scheiden, vermutlich um das Schicksal des in Deutschland verbliebenen Teils der Familie zu erleichtern. 1943\/44 mussten die beiden S\u00f6hne und die Tochter die Schule verlassen und in der Wirtschaft arbeiten. Nach dem Untergang des \u201eDritten Reiches\u201c erfuhr der in Deutschland verbliebene Teil der Familie, dass Eduard Schott 1944 einen Schlaganfall erlitten hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb lehnte der 70-j\u00e4hrige, gesundheitlich angeschlagene Arzt das Angebot der Stadt Solingen ab, die Leitung des Krankenhauses wieder zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Eduard-Schott-1949-in-USA-RS-10124_BEA_R-1024x713.jpg\" alt=\"Foto Eduard Schott 1949 in USA. Quelle: Stadtarchiv Solingen, RS 10124\" class=\"wp-image-4155\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Eduard Schott 1949 in USA. Quelle: Stadtarchiv Solingen, RS 10124<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>1946\/47 konnte der gr\u00f6\u00dfte Teil der Familie zwecks Familienzusammenf\u00fchrung in die USA \u00fcbersiedeln, 1951 auch der \u00e4ltere Sohn mit seiner Familie. Am 6. Juli 1952 starb Schott nach einem erneuten Schlaganfall. Am 10. November 2017 wurde schlie\u00dflich in Anwesenheit von drei Enkeln eine Gedenktafel im Solinger Klinikum enth\u00fcllt. 2018 wurde am Birkenweiher 43 auf Initiative der Solinger Regionalgruppe der IPPNW (Internationale \u00c4rzte zur Verh\u00fctung des Atomkriegs) ein <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/stolpersteine-solingen.de\/stolperstein-am-birkenweiher-erinnert-an-mediziner-eduard-schott\/787\" target=\"_blank\">Stolperstein<\/a> f\u00fcr Eduard Schott verlegt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Dr  Eduard Schott Ceremony Shortened\" width=\"750\" height=\"422\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/0kBaAe9cp60?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><figcaption class=\"wp-element-caption\">Einweihung der Gedenktafel im Solinger Klinikum. Quelle: Peter Schott<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Weiter zu:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/2\/\">Prof. Dr. Eduard Schott<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Dr. Horst Sassin Die Stationen 1\u20137 k\u00f6nnen auch zu Fu\u00df bew\u00e4ltigt werden. Inklusive Station 8 empfiehlt es sich, entweder das Fahrrad oder den Bus zu benutzen (Linie 692 oder 693 von Rathaus nach Klinikum). Station 1: Dr. Walter und Dr. Ida Marcus Werwolf 20 \u2013 Zur Karte Der Kinderarzt Dr. Walter Marcus, geboren 1894&hellip; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/juedische-aerzte-und-aerztinnen\/\"><span class=\"screen-reader-text\">J\u00fcdische \u00c4rzte und \u00c4rztinnen<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-67","page","type-page","status-publish","hentry","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/67","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67"}],"version-history":[{"count":44,"href":"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/67\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1476,"href":"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/67\/revisions\/1476"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/max-leven-zentrum.de\/2021JLID\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}