Der Nachlass von Ruth Kupperschlag

Daniela Tobias berichtet am Mittwoch, 3. Juni 2026 um 18 Uhr in der Ausstellung des Max-Leven-Zentrums an der Max-Leven-Gasse 7 über einen besonderen Quellenfund und die Geschichte der Familie Kupperschlag.

Für das Ehepaar Anna und Josef Kupperschlag wurden 2007 Stolpersteine an der Klemens-Horn-Straße 15 verlegt. Sie mussten im März 1939 die Leitung des jüdischen Altersheims in Elberfeld übernehmen und wurden zusammen mit den Bewohner:innen im Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert, im Oktober 1944 weiter nach Auschwitz und dort ermordet. Die beiden Töchter Ruth und Marion flohen Anfang 1939 ohne die Eltern nach Amsterdam zu Verwandten. Hier wurden sie 1943 im KZ Vught interniert und mussten Zwangsarbeit leisten. Im Juni 1944 wurden die Schwestern mit einer Gruppe von Frauen nach Auschwitz verschleppt. Im Frühjahr 1945 konnten sie vom schwedischen Roten Kreuz befreit werden.

2007 vermachte Ruth Kupperschlag dem United States Holocaust Memorial Museum ihre Erinnerungen, darunter Fotos, Briefe ihrer Mutter, Dokumente und Berichte über die Zeit in den Konzentrationslagern und die Befreiung. Aus diesem Material und weiteren Fotos und Zeitungsartikeln aus dem Bestand des Stadtarchivs Solingen haben wir 2024 eine Foto-Story gestaltet, die über das Leben der Schwestern erzählt: als Schülerinnen der August-Dicke-Schule, als Enkelinnen von Nathan Isaac, der 1886 in Solingen eine Filiale des Kaufhauses Alsberg eröffnete, über die Sorgen, die ihre Mutter Anna sich um die Töchter in den Niederlanden machte und den Mut und die Hoffnung, mit der die Schwestern die Zeit in den Konzentrationslagern überstanden.

Die Ausstellung ist an diesem Tag von 17 bis 20 Uhr geöffnet.

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