#closedbutopen Sally, Rosa und Bella Tabak

Als in der Nacht vom 9. auf den 10. November die NS-Schergen die Wohnung der Familie Tabak an der Johannisstraße überfielen, war Sally Tabak allein mit Tochter Bella und dem Kindermädchen Betty Reis. Er wurde auf die Straße geprügelt und halb tot geschlagen. Später brachten Polizisten ihn ins Stadtgefängnis und nahmen die siebenjährige Bella mit, die sich nicht von ihrem Vater trennen wollte.

#closedbutopen Ernst Walsken

Der Solinger Künstler Ernst Walsken war Mitglied der Linken Opposition (LO), in der sich die Anhänger Leo Trotzkis und andere Gegner Stalins sammelten. Ernst Walsken wurde 1937 im Strafgefangenenlager Esterwegen interniert, später im Lager Aschendorfer Moor. Während der Jahre im Emsland zeichnete er heimlich den harten Lageralltag, das Leiden und die Demütigungen der Häftlinge.

#closedbutopen Nachkriegsprozesse

Die ersten, die in Solingen tätig wurden, die Verantwortlichen für NS-Verbrechen zur Verantwortung zu ziehen, waren die Überlebenden selbst. Auch der von den Alliierten zum Oberbürgermeister ernannte Oskar Rieß (SPD) gehörte dazu. Im Fokus der Strafverfolgung stand in Solingen besonders der Novemberpogrom. Er führte zu insgesamt zwölf Prozessen gegen 28 Beschuldigte vor dem Wuppertaler Landgericht. Die Angeklagten wurden wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu Zuchthaus- und Gefängnisstrafen verurteilt, in zwei Fällen in Tateinheit mit Totschlag und Landfriedensbruch.

#closedbutopen Netzwerk der Verfolger

Die Gestapo war keine isolierte und allmächtige Verfolgungsinstanz, sondern eingebunden in ein komplexes Verfolgungs- und Überwachungsnetzwerk. Der Behördenapparat ging insgesamt arbeitsteilig vor. Nicht jeder Beamte oder Angestellte in Solingen erpresste Aussagen mit körperlicher Gewalt. Oft reichte schon die Drohung, wer nicht auspacke, käme in das KZ Kemna oder zur Gestapo nach Düsseldorf.

#closedbutopen „Berufsverbrecher“ und „Asoziale“

Zu den „Vergessenen Opfern“ zählen nach wie vor die Verfolgten-Gruppen der „Berufsverbrecher“ und der „Asozialen“, die im KZ-System mit einem grünen bzw. schwarzen Winkel auf der Häftlingskleidung gekennzeichnet wurden. Erst am 13. Februar 2020 beschloss der Bundestag, diesen Opfergruppen einen angemessenen Platz im staatlichen Erinnern zu verschaffen. Insgesamt kamen mindestens 32 Solinger als „Berufsverbrecher“ und sogenannte „Asoziale“ in Lagern ums Leben.

#closedbutopen Karl Müller

Müller versuchte nach März 1933 mit anderen Solinger Sozialdemokraten die inzwischen verbotene SPD in der Illegalität aufrechtzuerhalten. Er und der spätere nordrhein-westfälische Wiederaufbauminister Ernst Gnoß standen in Kontakt mit der Exil-SPD (SOPADE) in Arnheim und Brüssel. 1935 floh Karl Müller in die Niederlande, später nach Brüssel und Antwerpen.

#closedbutopen Novemberpogrom

Die 1872 an der Malteserstraße eingeweihte Synagoge war gegen Mitternacht das erste Ziel eines SA-Trupps von 20-30 Mann unter Führung des Obersturmbannführers Alex Katerndahl. Das Gotteshaus wurde geplündert und in Brand gesteckt. Die Feuerwehr schützte lediglich die benachbarten Häuser vor einem Übergreifen der Flammen. Auch die Polizei schritt nicht ein.

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