Historisch-politische Bildung

Das Stadtarchiv Solingen als Träger der Bildungs- und Gedenkstätte Max-Leven-Zentrum und der Verein Max-Leven-Zentrum Solingen e.V. unterstützen Schulen und Einrichtungen der offenen Jugendarbeit bei Projekten und Unterrichtsreihen, die sich mit der lokalen Geschichte der NS-Zeit und mit der Geschichte der Solinger Arbeiterbewegung befassen. Die Aktivitäten der Gedenkstätte im Aufbau werden auf dieser Webseite dokumentiert. Bis 2023 soll an der Max-Leven-Gasse, dem Wohnort, Arbeitsplatz und Tatort der Ermordung des jüdischen Kommunisten und Kulturkritikers der „Bergischen Arbeiterstimme“ Max Leven, eine Dauerausstellung mit der Möglichkeit für Seminararbeit entstehen.

Ausstellung „… und laut zu sagen: Nein.“

Die Ausstellung über die Geschichte Solingens während der NS-Zeit zeigt auf 63 Tafeln und an mehreren Medienstationen verschiedene Themenblöcke rund um Widerstand und Verfolgung und beleuchtet dabei auch die Täterseite. Sie wird von Mai bis September 2021 im Zentrum für verfolgte Künste zu sehen sein und kann danach, ggf. in Teilen, auch an anderen Orten gezeigt werden. Außerdem wird die Ausstellung seit März 2020 bis April 2021 aufgrund der Corona-Pandemie in wöchentlichen Beiträgen unter dem Hashtag #closedbutopen auf der Webseite des Max-Leven-Zentrums vorgestellt: max-leven-zentrum.de/tag/und-laut-zu-sagen-nein

Für die Ausstellung im Zentrum für verfolgte Künste wird es pädagogisches Begleitmaterial zur Vorbereitung im Unterricht und Arbeitsblätter für die Beschäftigung vor Ort geben. Termine für Führungen können mit Daniela Tobias vereinbart werden: tobias@max-leven-zentrum.de

Visualisierung der Ausstellung in der Literatursammlung des Zentrums für verfolgte Künste. Foto/Montage: Daniela Tobias

Arbeiterbewegung in Solingen

Der Verein Max-Leven-Zentrum Solingen e.V. hat 2020 zusammen mit dem Unternehmen Excit3D GmbH und dem Stadtarchiv Solingen einen interaktiven 360°-Rundgang durch das ehemalige Zentrum der Solinger Arbeiterbewegung erstellt, der in einem virtuell rekonstruierten 3D-Modell der Redaktion der „Bergischen Arbeiterstimme“ endet. Rund um die Birkerstraße, Kölner Straße, Hohe Gasse (heute Max-Leven-Gasse) und die Hochstraße (heute Am Neumarkt) befanden sich Gewerkschaften, Genossenschaften, Parteien und Zeitungen des linken Spektrums. Der Rundgang stellt die heute noch vorhandenen und bereits verschwundenen Gebäude und ihre Geschichte vor: max-leven-zentrum.de/der-ort

Der Rundgang kann sowohl online als auch als Ergänzung vor Ort genutzt werden und soll in den kommenden Jahren kontinuierlich ausgebaut werden. Termine für Führungen können mit Daniela Tobias und Armin Schulte vereinbart werden: tobias@max-leven-zentrum.de und a.schulte@solingen.de

Screenshot 360°-Rundgang an der Max-Leven-Gasse. Foto: Excit3D GmbH

Novemberpogrom in Solingen

Die Dokumentation von Stephan Stracke: Der Novemberpogrom 1938 in Solingen im Spiegel der Justiz, erschien 2018 in kleiner Auflage und wird in erster Linie als Download angeboten: solingen.de/de/inhalt/november-1938 Erstmals werden hier für Solingen die nationalsozialistischen Täter bzw. Akteure der Pogromnacht in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses gesetzt. Ein von Dennis Mühlsiegl und Dieter Nelles erstellter Dokumententeil ergänzt die Darstellung.

Ein von Daniela Tobias 2018 ausgearbeiteter Stadtrundgang zu den Tatorten des 9./10. November 1938 ist auf der Webseite des Unterstützerkreises Stolpersteine für Solingen abrufbar: stolpersteine-solingen.de/9-november-1938

Termine für einen begleiteten Stadtrundgang können mit Daniela Tobias vereinbart werden: tobias@max-leven-zentrum.de

Stadtrundgang zum Novemberpogrom vor dem ehemaligen Wohnhaus Max Levens. Foto: Uli Preuss

Stolpersteine

Die Tätigkeit des Unterstützerkreises Stolpersteine für Solingen, der seit 2004 die Verlegung von Stolpersteinen in Solingen koordiniert, wird auf der Webseite stolpersteine-solingen.de dokumentiert.

Seit 2018 putzen Solinger Schulen Stolpersteine. Die Koordinierung erfolgt über Daniela Tobias: tobias@max-leven-zentrum.de

Die Dokumentation von Armin Schulte: „Man soll mich nicht vergessen!“ Stolpersteine in Solingen, Schicksale 1933-1945, die das Stadtarchiv 2020 veröffentlichte, versammelt die Biographien und zeigt Fotos und ausgewählte Dokumente. Bei Interesse können die Quellen, die zur Recherche der Biographien genutzt wurden, im Stadtarchiv Solingen eingesehen werden. Kontakt: a.schulte@solingen.de

Die Stolperstein-Biographien in Textform finden sich auf der Webseite des Stadtarchivs: solingen.de/de/inhalt/stolpersteine-in-solingen ebenso wie weitere ausgewählte Schicksale zwischen 1933-1945: solingen.de/de/inhalt/solinger-schicksale-1933-1945

Schüler putzen Stolpersteine. Foto: Daniela Tobias

Jüdischer Friedhof

Der jüdische Friedhof am Esterweg wird seit 1988 von einer Schüler-AG der Alexander-Coppel-Gesamtschule, vormals Gesamtschule Solingen, gepflegt. Die Leiterin der AG, Simone Sassin, bietet Führungen über den Friedhof an: info@acg.schule

Infos über den Jüdischen Friedhof, seine Geschichte und die der AG finden sich auf der Webseite juedischer-friedhof-solingen.de.

Der älteste erhaltene Grabstein auf dem Jüdischen Friedhof Solingen, Sprinz Coppel, geb. Hertz (1744-1820) Foto: Daniela Tobias

Gedenkstätten-Fahrten

Das Max-Leven-Zentrum Solingen bietet Unterstützung bei der Vorbereitung und Nachbereitung von Gedenkstättenfahrten in Hinblick das Schicksal Solinger Opfer der Verfolgung an. Derzeit werden Projektfahrten nach Buchenwald bzw. Auschwitz in Kooperation mit dem Regionalbüro Arbeit und Leben Berg-Mark und zwei Solinger Schulen ausgearbeitet. Kontakt Daniela Tobias: tobias@max-leven-zentrum.de

Besuch in der Gedenkstätte Dachau mit der Weiße-Rose-AG der Geschwister-Scholl-Schule. Foto: Daniela Tobias

Weitere Themen

Neben der Judenverfolgung und dem Widerstand aus der Arbeiterbewegung können weitere Themen wie Zwangsarbeit, Zwangssterilisierung und Euthanasie, Verfolgung der Sinti und Jenischen, NS-Täter, die Endphase des „Dritten Reichs“ oder die Aufarbeitung nach 1945 beleuchtet werden. Darüber hinaus verfügt das Stadtarchiv auch über Literatur und Quellen zur Zeit des Ersten Weltkriegs (siehe auch archivewk1.hypotheses.org/tag/solingen), zur Novemberrevolution und der Weimarer Republik sowie zum Solinger Brandanschlag auf Familie Genc 1993. Kontakt Armin Schulte: a.schulte@solingen.de

Weitere Quellen

Das Stadtarchiv Solingen verfügt über eine umfangreiche Sammlung von Tageszeitungen, die teilweise auch online über das Portal zeitpunkt.nrw zugänglich sind. Hier sind insbesondere das Solinger Tageblatt bis 1945 zu nennen, sowie das Volksblatt von 1926-1933.

Die Arolsen Archives, die aus dem Internationalen Suchdienst des Roten Kreuzes hervorgegangen sind, verfügen über die größte Sammlung zu NS-Opfern, mit Schwerpunkten auf Dokumenten zu Konzentrationslagern, Zwangsarbeit und Displaced Persons. Auch Dokumente zu Solinger:innen und zu Solingen sind dort zu finden. Die Informationen, die die Dokumente liefern, werden über einen eGuide erläutert: arolsen-archives.org/suchen-erkunden

Das United States Holocaust Memorial Museum verfügt über eine umfangreiche digitalisierte Sammlung, die ebenfalls die Solinger Geschichte betreffende Dokumente enthält: collections.ushmm.org/search

Interschulische Koordination

Michael und Birgit Seiffert (GEW/Ev. Kirchenkreis) haben 2020 die Kontaktpflege zwischen dem Verein Max-Leven-Zentrum Solingen e.V. und den Solinger Schulen übernommen und informieren regelmäßig per Newsletter: michael.seiffert@gew-nrw.de

Außerdem können Sie gerne den regulären Newsletter des Max-Leven-Zentrums abonnieren: tobias@max-leven-zentrum.de

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