2025 hatte der Verein Max-Leven-Zentrum Solingen e.V. erstmals den Änne-Wagner-Preis an die Abiturientin Luisa Gruber der Friedrich-Albert-Lange-Schule (FALS) vergeben. Der Preis zeichnete auf Vorschlag ihres Fachlehrers Falko Kordt ihre hervorragenden Leistungen im Fach Geschichte und ihren besonderen Einsatz in einem Projektkurs aus, der einen Stadtrundgang durch Solingen-Wald zur Geschichte der NS-Zeit für Mitschüler:innen der Jahrgangsstufe 9 entwickelte. Als Verein haben wir diese damals spontane Idee des Änne-Wagner-Preises nun für alle weiterführenden Schulen in Solingen geöffnet und zum Schuljahresende zur Einreichung von Vorschlägen aufgerufen.
Wir möchten Schüler:innen für besondere Leistungen im Fach Geschichte/Gesellschaftslehre und darüber hinausgehendes Engagement in Bezug auf die Geschichte des Nationalsozialismus in Form von Facharbeiten oder Projektarbeiten auszeichnen. Die Schüler:innen werden bei Abschlussfeiern (Abitur oder nach Klasse 10) geehrt. Gruppenarbeiten, die im Rahmen des Fachunterrichts verschiedener Fächer, in Projektkursen oder Arbeitsgemeinschaften entstanden sind, können ab Jahrgangsstufe 8 vorgeschlagen werden. Die Übergabe der Auszeichnung erfolgt hierbei nach Absprache.
Die Auszeichnung ist mit einer Urkunde und einem Buchpreis verbunden, bei Einzelpersonen zudem mit einer einjährigen kostenfreien Mitgliedschaft im Verein Max-Leven-Zentrum Solingen e.V.
2026 wurde jetzt im Rahmen der Abiturfeier der Friedrich-Albert-Lange-Schule der Abiturient Anton Kerl ausgezeichnet. Nominiert hatte ihn Falko Kordt, der den Projektkurs Geschichte leitet, in dem sich Anton Kerl an der Weiterentwicklung der app-gestützten Stadtteilführung beteiligte. Das Führungskonzept, das sich primär an die 9.-Klässler der Gesamtschule richtet und inzwischen fest im Lehrplan verankert ist, wurde anlässlich des traditionellen Nachtwächterrundgangs des Walder Bürgervereins im Herbst 2025 einem breiten Publikum zugänglich gemacht. „Die Resonanz war so positiv, dass seitens des Bürgervereins eine Wiederholung der Aktion angeregt wurde“, freut sich Falko Kordt.


Die Namensgeberin des Preises, Änne Wagner, ist eine wichtige Zeitzeugin für das Max-Leven-Zentrum, da sie in ihrer Biografie „Gegen den Strom? Lebenserinnerungen 1904-1945“ das Milieu der Solinger Arbeiterbewegung, die Konflikte während der Weimarer Republik und die Verfolgung unter dem NS-Regime sehr lebensnah beschreibt. Änne Wagner erkämpfte sich entgegen der damaligen Konvention eine Ausbildung und damit finanzielle Unabhängigkeit als Frau. Sie engagierte sich in der Jugendarbeit und hatte die oft schwierige Situation von Familien aus der Arbeiterklasse im Blick.
Vorschläge und Rückfragen zur Verleihung des Änne-Wagner-Preises können an info@max-leven-zentrum.de gerichtet werden.
