Ausstellungs-Katalog “… und laut zu sagen: Nein.”

Der Katalog zur Ausstellung “… und laut zu sagen: Nein.” ist fertig! Kompakt auf 280 Seiten werden erstmals verschiedene Aspekte der Geschichte der NS-Zeit in Solingen in einem Band zusammengefasst: vom Widerstand aus der Arbeiterbewegung und anderen gesellschaftlichen Bereichen, über Etablierung und Terror des NS-Regimes, die Verfolgung von Juden, Sinti, Menschen mit Behinderung und anderen Gruppen, bis hin zu den Ereignissen rund um das Kriegsende und der Entwicklung von Erinnern und Gedenken nach 1945.

Der Druck von 1.200 Exemplaren wurde von der Stadt-Sparkasse Solingen mit 4.000 Euro gefördert. Stefan Grunwald, Vorstandsvorsitzender der Stadt-Sparkasse Solingen betonte bei der Vorstellung des Katalogs im Zentrum für verfolgte Künste: “Die Unterstützung von Vereinen gehört zu unserem gesellschaftlichen Engagement. Eine solche Dokumentation ist eine besonders nachhaltige Form der Bildungsarbeit, die wir gerne fördern.”

Nachdem der Verein coronabedingt zunächst ein Jahr lang vor allem digital arbeitete, steht mit der Eröffnung der Ausstellung seit dem 8. Mai 2021 die direkte Begegnung im Fokus. Die Vereinsvorsitzende Daniela Tobias berichtete von ersten Führungen mit Schulklassen: “Die Jugendlichen haben gerne etwas in der Hand. Unsere Postkarten zum Mitnehmen waren sehr begehrt.”

Der Katalog stellt nun eine wichtige Ergänzung zum Ausstellungsbesuch dar. In handlichem DIN A5-Format lassen sich die Inhalte der 63 Tafeln mit zahlreichen Fotos und Dokumenten noch einmal nachlesen. Durch die finanzielle Förderung ist es dem Verein möglich, den Katalog kostenlos bzw. gegen eine freiwillige Spende abzugeben. “So soll es allen Interessierten unabhängig vom Geldbeutel möglich sein, sich ein Exemplar mit nach Hause zu nehmen.”

Auch für Vorstandsmitglied Petra Lindenau bietet der Katalog gute Möglichkeiten den Besuch von Schulklassen vor- und nachzubereiten. Sie hat zusammen mit Ulli Becker zusätzliches didaktisches Material entwickelt. “Wir möchten vor allem das entdeckende Lernen fördern. Die Ereignisse vor der eigenen Haustüre machen Geschichte erst richtig greifbar”, weiß die inzwischen pensionierte Lehrerin, die bis zu den Sommerferien an der Geschwister-Scholl-Schule unterrichtete.

Die Gestaltung der Ausstellung und des Kataloges wurde von der Solinger Designerin Doris Arianna Ahlgrimm entworfen. Bunte Farbbänder verbinden verschiedene Themenbereiche, Zitate in großen Textblöcken ziehen die Aufmerksamkeit auf die persönlichen Einzelschicksale.

Der Wuppertaler Historiker Dr. Stephan Stracke, der die Ehrenamtlichen des Vereins bei der Entwicklung der Ausstellung fachlich begleitete, ist von der Vielfalt des Ergebnisses beeindruckt. “Vor allem im Bereich der Geschichte des Widerstands gibt es im Bergischen Land noch vieles zu entdecken, manches ist noch auf einem Forschungsstand der 1970er Jahre.” Für den Katalog beleuchtete er in der Einleitung noch einmal konkret die ersten zwei Monate im „Dritten Reich“ als das einstmals “rote Solingen” von den Nationalsozialisten eingenommen wurde.

Für Jürgen Kaumkötter, Leiter des Zentrums für verfolgte Künste, war es eine naheliegende Entscheidung, dem Verein anzubieten, die Ausstellung bis 2023 im Museum zu zeigen. “Ursprünglich war die Ausstellung nur bis November 2021 geplant, aber wir sehen ja wie groß das Interesse der Solingerinnen und Solinger ist, und es passt einfach sehr gut zu unserer eigenen Arbeit, da ergeben sich viele Berührungspunkte.” Ab 2023 wird die Bildungs- und Gedenkstätte dann im Neubau der Stadt-Sparkasse Solingen an der Max-Leven-Gasse ihre Arbeit aufnehmen.

Der Katalog ist ab sofort im Museums-Shop des Zentrums für verfolgte Künste, im Stadtarchiv Solingen und in der Buchhandlung Bücherwald erhältlich. Weitere Infos unter info@max-leven-zentrum.de

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