Modell der Solinger Synagoge jetzt Teil der Ausstellung

Das Modell der Solinger Synagoge hat einen dauerhaften Standort an der Max-Leven-Gasse gefunden. Nach der Umgestaltung der Ausstellung der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal wurde das Modell des jüdischen Gotteshauses zunächst auf Vermittlung des Bergischen Geschichtsvereins in der Stadtbibliothek Solingen gezeigt. Seit kurzem bereichert es nun als Dauerleihgabe die Ausstellung des Max-Leven-Zentrums und wurde dort um zusätzliche Infotexte und Fotos ergänzt. Das Modell ist auch außerhalb der Öffnungszeiten gut von der Straße aus sichtbar und informiert über die Geschichte der ehemaligen jüdischen Kultusgemeinde Solingens. 

Die Solinger Synagoge 1872-1938

Am 8. März 1872 feierte die jüdische Kultus­gemeinde zusammen mit der gesamten Solinger Stadt­gesellschaft die Einweihung ihrer neuen Synagoge an der Malteserstraße. Rabbiner Dr. Schwarz pries dabei die „brüderliche Liebe unter allen Confessionen [Glaubensrichtungen]“ als beste Waffe gegen den Fanatismus.

Über 60 Jahre lang war der neoromanische Kuppel­bau der Mittelpunkt des jüdischen Gemeinde­lebens. Mit der Macht­übernahme der Nationalsozialisten endete das friedliche Miteinander. Die Solinger Jüdinnen und Juden wurden ausgegrenzt, entrechtet, vertrieben und schließlich umgebracht.

Im März 1935 feierten die Kinder der jüdischen Kultusgemeinde mit ihrem Kantor Jakob Okunski (hinten Mitte) noch das Purimfest im Gemeindesaal im Anbau der Synagoge. In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge von den Nationalsozialisten in Brand gesteckt und zerstört. Während des Krieges wurde an ihrer Stelle ein Hochbunker errichtet.

2022 erinnerte die Stadt Solingen mit einem Festakt an den 150. Jahrestag der Einweihung und brachte eine Stahlskulptur in Form einer stilisierten Fensterrose am Bunker an.

Weitere Informationen und Bilder finden Sie auf einer Projektwebseite zur Synagoge: max-leven-zentrum.de/150synagoge

Dauerleihgabe der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal, Modellbau: Andrea Jensen

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