Ein Jahr nach der Eröffnung der Dauerausstellung des Max-Leven-Zentrums ist die Bildungs- und Gedenkstätte als 33. Mitglied im Arbeitskreis der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte Teil einer Ausstellung, die seit dem 3. November im Landtag in Düsseldorf zu sehen ist.

Die NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in NRW vermitteln Wissen und bieten Raum für Austausch und gesellschaftliche Verständigung. Die Ausstellung im Landtag spiegelt erstmals die große thematische Vielfalt in der Vermittlung lokaler NS-Geschichte. Die Verbrechen des Nationalsozialismus beschränkten sich nicht auf die bekannten Konzentrationslager, sie geschahen in großen und kleinen Städten ebenso wie in ländlichen Regionen. Die insgesamt 33 Einrichtungen befinden sich beispielsweise in ehemaligen Synagogen und Gestapo-Gefängnissen oder erinnern an Orte, an denen Menschen Zwangsarbeit leisten mussten. Die Ausstellung des Max-Leven-Zentrums erzählt die ereignisreiche Geschichte der Solinger Arbeiterbewegung vom „Roten Solingen“ der Weimarer Jahre über die NS-Zeit 1933-1945 bis in die Nachkriegszeit. Sie thematisiert die Rolle der vielfältigen Lokalpresse des Kaiserreichs sowie der ersten deutschen Republik bis zur „Machtergreifung“.


Der Präsident des Landtags, André Kuper, eröffnete die Ausstellung. Dr. Stefan Mühlhofer, Vorsitzender des Arbeitskreises, betonte, wie wichtig die finanzielle Förderung des Landes angesichts klammer kommunaler Kassen sei. Um dem Bildungsauftrag der Gedenkstätten und ihrer Verantwortung für eine demokratische Gesellschaft gerecht zu werden, richtete er einen Appell an die Politik: „Geben Sie bitte den Schülerinnen und Schülern ausreichend Raum im Lehrplan, um sich mit der Geschichte ihrer Stadt zu beschäftigen!“ Dies könne ein wichtiges verbindendes Element in einer zunehmend diversen Gesellschaft sein.




Die Ausstellung wurde vom Arbeitskreis der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in NRW und der Landeszentrale für politische Bildung NRW entwickelt. Der Arbeitskreis vertritt seit 1995 die Interessen der Gedenkorte in Nordrhein-Westfalen, die sich mit der jeweiligen lokalen Geschichte des Nationalsozialismus befassen und ist das Bindeglied zur Landeszentrale für politische Bildung NRW mit ihrem Referat für Erinnerungskultur und Gedenkstätten.
Im Rahmen von Rundgängen und öffentlichen Veranstaltungen des Landtags sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, die Ausstellung in Düsseldorf zu besuchen.


