Sonntag, 13. Dezember 2026 um 11 Uhr
Ausstellung Max-Leven-Gasse 7, 42651 Solingen
„Lieber Heinz, wir bedauern Dein Krankensein und wünschen Dir von Herzen gute Besserung. Lebe solide und regelmäßig, das ist die beste Heilmethode bei allen Störungen des Verdauungssystems und der Nerven. Lieb haben wir alle Dich immer noch, auch wenn wir nicht schrieben. Ich kann kaum die Feder führen und Mutters Leiden hat sich leider auch verschlimmert. Wenn Du wieder schreibst, so etwas deutlicher, da Deine Schrift kaum zu lesen ist“, schrieb Max Leven im August 1934 Genesungswünsche an seinen Sohn Heinz in den Niederlanden. Er selbst hatte gerade mehrere Monate Haft im Konzentrationslager Kemna hinter sich, während er unter schlimmen Symptomen Multipler Sklerose litt. Heinz war bereits 1933 nach einer kurzen Inhaftierung als politischer Gegner des NS-Regimes in das Nachbarland geflohen. Das Ehepaar Leven lebte zu der Zeit von einer schmalen Rente des invaliden Vaters Max während seine Frau Emmy ihre Diabeteskrankheit aus finanziellen Gründen nicht richtig behandeln konnte.
Anlässlich der Eröffnung des Max-Leven-Zentrums hatten Nachfahren von Heinz Leven die Briefe mit nach Solingen gebracht, die Max und Emmy Leven und ihre Töchter Hannah und Anita zwischen 1933 und 1940 an den im Exil lebenden Sohn und Bruder Heinz Leven schickten. Armin Schulte und Daniela Tobias lesen aus dem Konvolut von über 100 Briefen.


