Stadtrundgänge zur jüdischen Geschichte Solingens

Der Verein Max-Leven-Zentrum Solingen e. V. beleuchtet im Rahmen des Festjahres #2021JLID auf drei Stadtrundgängen die vielfältige Geschichte der Juden und Jüdinnen in der Klingenstadt Solingen seit ihrer ersten Erwähnung im Jahr 1568: die Rolle der jüdischen Kaufleute in Ohligs, das Wirken jüdischer Ärztinnen und Ärzte und den Aufstieg der Unternehmerfamilie Coppel.

Am 9. November 2021 findet die erste öffentliche Führung statt:

  • Jüdische Kaufleute in Ohligs: 9. November 2021, 17.30 Uhr, Treffpunkt: Düsseldorfer Straße 76
  • Jüdische Ärztinnen und Ärzte: 16. November 2021, 17.30 Uhr, Treffpunkt: Augustastraße 10
  • Die Familie Coppel: 3. Dezember 2021, 13.00 Uhr, Treffpunkt: Alexander-Coppel-Straße, Ecke Bahnhofstraße

Die Führungen werden mithilfe eines Audioguide-Systems durchgeführt, das eine coronagerechte Durchführung auf Distanz ermöglicht. Die Rundgänge dauern etwa 1,5–2 Stunden. Öffentliche Führungen finden in der Regel auf deutsch statt.

Es ist außerdem möglich, individuelle Führungen zu buchen, die auch auf englisch, türkisch und in einfacher Sprache angeboten werden. Alle Touren werden auf einer Projektwebseite dokumentiert, die momentan noch ergänzt wird. Führungen können über info@max-leven-zentrum.de oder telefonisch unter 0212 5947080 vereinbart werden.

Postkarte von ca. 1910 mit dem Bekleidungs-Geschäft Gebr. Davids, Düsseldorfer Str. 40 (rechts). Quelle: Stadtarchiv Solingen, PK 1600

Jüdische Kaufleute in Ohligs

Von Armin Schulte und Daniela Tobias

Seit Ende des 19. Jahrhunderts waren die jüdischen Händlerinnen und Händler an der Düsseldorfer Straße fester Bestandteil des aufstrebenden Ohligser Zentrums. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurden sie sehr schnell zum Ziel der antisemitischen NS-Propaganda.

Foto von Dr. Erna Rüppel am Kinderkrankenbett, wohl Anfang der 1920er Jahre, Quelle: Horst Sassin

Jüdische Ärzte und Ärztinnen

Von Dr. Horst Sassin

Die Führung erinnert an Dr. Paul Berkenau, Dr. Emil Kronenberg, das Ehepaar Dr. Ida und Dr. Walter Marcus, Dr. Erna Rüppel und Prof. Dr. Eduard Schott. Ihr Schicksal erschütterte viele ihrer Patient:innen, aber sie konnten nicht verhindern, dass sie ihre Praxen aufgeben, das Land verlassen oder untertauchen mussten und im Falle von Dr. Kronenberg auch deportiert wurden. Er und Dr. Erna Rüppel kehrten nach Kriegsende zurück nach Solingen.

Foto der Brüder Heinz, Carl Gustav, Alexander und Hermann Coppel anläßlich des 100-jährigen Firmenjubiläums 1921, Quelle: Stadtarchiv Solingen, RS 10125

Die Familie Coppel

Von Dietmar Gaida und Simone Sassin

Der Metzger und Handelsmann Coppel Samuel kam um 1770 aus dem Frankfurter Raum nach Solingen. Sein Sohn Alexander Coppel gründete 1821 das später weltweit agierende Stahlwaren-Unternehmen, das bis 1936 im Familienbesitz war. Gustav Coppel wurde 1906 für sein vielfältiges soziales und politisches Engagement zum Ehrenbürger Solingens ernannt. Dessen Sohn Dr. Alexander Coppel wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert und ermordet.


Das Projekt wurde durch den Verein “321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.” mit Mitteln des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat gefördert.

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